Ein Samstag zum Vergessen

Es war die mit Abstand schlechteste Leistung, die der 1. FC Saarbrücken in dieser Saison gezeigt hat. Verdient verliert der Aufstiegsaspirant gegen den Lokalrivalen Eintracht Trier mit 1:2. Konfusion, fehlende Leidenschaft und abgekühlte Stimmung innerhalb des Teams präsentierte der FCS par excellence, Fußball hingegen bekam man nur von Trierer Seite ab und an geboten. Peter Rubeck hatte sein Team ideal eingestellt, eine robuste und engmaschige Defensive hatte keine Probleme mit Saarbrücker Angriffsbemühungen. Und leitete immer wieder vielversprechende Konter ein, die durchaus auch zu mehr als zwei Toren hätten führen können, auch wenn das auf Saarbrücker Seite direkt nach dem Spiel niemand wahrhaben wollte.

Der Tag fing schon denkbar schlecht an: Mounir Chaftar verletzte sich bei den Aufwärmübungen unmittelbar vor dem Spiel, Christian Sauter musste die Position als linker Verteidiger notgedrungen einnehmen. Dort zeigte er sich völlig von der Rolle. Der im defensiven Mittelfeld normalerweise unglaublich laufstark und spielfreudig auftretende Sauter war auf der ungewohnten Position völlig überfordert und verschuldete den Elfmeter zur Trierer Führung. Dass die Außenverteidiger Kunert und Amin beide trotz ausreichender Fitness nicht im Kader standen, ist Trainer Fuat Kilic anzukreiden.

Ein weiterer Fehler war die Aufstellung von André Mandt. Der eigentlich hochveranlagte Spieler brachte seine seit Monaten andauernde Formschwäche mehr als deutlich auf den Platz, kein einziger Pass kam sauber beim Mitspieler an. Trotz Sven Söklers anhaltender Suche nach der eigenen Form hätte er gestern von Anfang an auf dem Feld stehen müssen, ganz einfach wegen fehlender Alternativen. Und die Fehlerkette geht munter weiter. Die zuletzt funktionierende Innenverteidigung mit Hahn und Chrappan wurde auseinander gerissen, der ins Spiel gekommene Schäfer und Hahn offenbarten ein ums andere Mal Abstimmungsprobleme.

Trotz einer suboptimalen Aufstellung ist die Hauptschuld an dieser Niederlage der Mannschaft anzukreiden. Eine Spitzenmannschaft wie der 1. FC Saarbrücken darf sich von Eintracht Trier nicht derart den Schneid abkaufen lassen. Eine Offensive, die sich selbst auf Drittliga-Niveau sieht, muss gegen eine solche Defensive in der Lage sein, Chancen zu kreieren. Führungsspieler wie Jan Fießer oder Felix Luz müssen eine Mannschaft an einem solch desolaten Tag wachrütteln können. Stattdessen beschäftigten sie sich mit Beschwerden und Nörgeleien beim Schiedsrichter, bei den Mitspielern oder beim Publikum. Vor allem Stürmer Luz stach dabei hervor.

Die bedenklichste Erkenntnis des gestrigen Tages ist aber die Hoffnungslosigkeit, die fast alle Spieler gestern zum Ausdruck brachten, als es dem Ende entgegen ging. Mit dem zweiten Tor der Eintracht war das Spiel quasi gelaufen. Kein Aufbäumen, kein erkennbares Selbstbewusstsein, dieses Spiel noch zu drehen. Christian Sauter trabt mit gesenktem Kopf zur Eckfahne, um einen Standard in die Mitte zu schlagen. Es ist das Bild dieses Spiel. So dreht man keinen Rückstand, so gewinnt man keine Spiele und so hat man in der Relegation rein gar nichts verloren.

Es ist fast schon paradox, dass der FCS auch heute noch auf dem zweiten Tabellenrang steht. Doch allzu oft wird Verfolger Elversberg keine Punkte mehr liegen lassen. Ein Sieg in Offenbach am kommenden Samstag ist daher Pflicht, um Zuschauer zu besänftigen und die Chancen auf den Aufstieg zu wahren. Doch nach der gestrigen Leistung, die im übrigen nur ein Höhepunkt der bislang fehlenden spielerischen Klasse in der Rückrunde war, an einen Erfolg auf dem Bieberer Berg zu glauben, fällt schwer.

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