Die Spannung am Siedepunkt

Der Saisonschlussspurt ist in vollem Gange, noch zwei Spieltage stehen den Profifußballern Deutschlands bevor. Morgen startet der vorletzte Spieltag der Saison 2014/2015 und in allen Ligen bis hinunter in die Regionalliga ist weiterhin übermäßig Spannung garantiert. Entscheidungen stehen an, deshalb das bekannte Procedere: Alle Spiele der drei höchsten Ligen werden parallel zueinander angepfiffen, damit kein Ergebnis ein anderes Spiel beeinflussen kann. Die Bundesliga ist wie auch die dritte Liga samstags dran, während mit der zweiten Liga der Spieltag sonntags abgeschlossen wird.

Ein Zittern geht durch Fußball-Deutschland, auf der einen Seite vor Angst, auf der anderen Seite vor Freude. Es sind Wochen, die jeder Fußballfan lieben muss. Endlich wird das entschieden, worauf alle beteiligten Mannschaften ein ganzes Jahr lang hingearbeitet haben. Und trotz bereits gespielten 32 (in den Bundesligen) beziehungsweise 36 (in der dritten Liga) Spieltagen ist vieles noch völlig offen.

Spannung in der höchsten Spielklasse

In der Bundesliga gibt es zwei Tabellenregionen, in denen es um alles geht. Schalke, Augsburg, Bremen, Dortmund und Hoffenheim balgen sich um zwei oder je nach Ausgang des DFB-Pokalfinals drei Startplätze für die Europa League. Hoffenheim und vor allem der BVB und Schalke sind mit dem Anspruch in die Saison gestartet, auch im nächsten Jahr europäisch zu spielen. Für Bremen und Augsburg hingegen wäre eine Platzierung im oberen Tabellendrittel eine wohlverdiente Belohnung für eine überraschend starke Saison.

Noch dramatischer geht es im Abstiegskampf zu. Hier kämpfen Stuttgart, Freiburg, Hamburg, Paderborn und Berlin um den Klassenerhalt, es geht um Existenzen im harten Geschäft rund um das runde Leder. Während Stuttgart und Hamburg ihren bereits Jahre anhaltenden Dauerkrisen in diesem Jahr womöglich die Krone aufsetzen, hatten in Freiburg und Paderborn von Saisonbeginn an alle Beteiligten mit einem Abnutzungskampf bis zum letzten Spieltag gerechnet.

Am 33. Spieltag haben wir nun die seltene Konstellation, dass in acht von neun stattfindenden Spielen noch eine Menge Brisanz steckt. Einzig Mainz spielt zuhause gegen Köln um die vielzitierte goldene Ananas. Besonderes Drama verspricht das direkte Aufeinandertreffen von Stuttgart und Hamburg.

Das Nonplusultra der Spannung: Liga zwei

Tatsächlich wird die Bundesliga von der Spannung her noch einmal von ihrer kleinen Schwester übertroffen. Sowohl im Aufstiegs- als auch im Abstiegskampf ist wirklich alles noch drin.

Einzig sicher sein kann sich Ingolstadt, mit sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und einem deutlich besseren Torverhältnis ist der Aufstieg dem von Audi gesponsorten Verein quasi nicht mehr zu nehmen. Der Vierkampf dahinter allerdings hat es in sich. Kaiserslautern, Darmstadt, Karlsruhe und Braunschweig kämpfen mit allen Mitteln um einen direkten Aufstiegsplatz und die Qualifikation zur Relegation. Kaiserslautern, vor wenigen Wochen noch mit einer komfortablen Ausgangssituation, hat diese in letzter Zeit verspielt. Die besten Karten hat nun Darmstadt, doch ein Patzer kann die Verhältnisse schon wieder völlig drehen. Braunschweig rechnet sich trotz der Niederlage am vergangenen Spieltag in Nürnberg noch Außenseiterchancen aus.

Noch mehr Drama bietet der Abstiegskampf. Am letzten Spieltag konnten die beteiligten Vereine aus München, Hamburg, Aue und Aalen ausnahmslos gewinnen, marschierten damit im Gleichschritt. Näherten sich aber gleichzeitig den vermeidlich abgesicherten Fürth und Frankfurt wieder an. Aus dem Vierkampf ist ein Sechskampf geworden. Vor allem für die Traditionsklubs 1860 München und FC St. Pauli steht eine Menge auf dem Spiel. Ein Abstieg wäre ein herber Rückschlag.

Die größte Spannung bietet am kommenden Sonntag das Aufeinandertreffen von Karlsruhe und Braunschweig. Eine der beiden Mannschaften wird sich in diesem Duell aus dem Aufstiegskampf verabschieden. Die beiden anderen Kandidaten an der Tabellenspitze Darmstadt und Kaiserslautern treffen auf zwei Mannschaften aus dem Abstiegskampf und müssen sich auf einen Kampf um jeden Zentimeter einstellen: Es geht nach Aue und Fürth. Hier könnte sich Darmstadt bei günstigem Verlauf des Spieltags den zweiten Tabellenrang bereits sichern.

Die Liga der Traditionsvereine: Auch in der Dritten geht’s zur Sache

Arminia Bielefeld, MSV Duisburg, Holstein Kiel. Drei Vereine, ein Ziel: Der direkte Aufstieg in die zweite Liga. Wochenlang waren bis zu neun Mannschaften ins Rennen um den Aufstieg involviert, nun haben sich diese drei endgültig abgesetzt. Obwohl Bielefeld seit Wochen dem Aufstieg ins Auge blickt, droht nun doch noch der Relegationsplatz. Zwei sieglose Spiele in Folge sorgten für neu aufkommende Spannung. Weil alle drei Mannschaften die Relegation bereits sicher haben, ist der dritte Platz nun keine Belohnung mehr. Die Beteiligten gehen aufs Ganze: Wer wird Meister, wer muss eine Extrarunde in den Playoffs einlegen? Entscheidung in den kommenden zehn Tagen!

Um den Klassenerhalt kämpfen ebenfalls noch drei Mannschaften: Die Zweite des BVB, Unterhaching und Mainz II. Die Mainzer haben dabei die beste Ausgangsposition, Regensburg ist als Tabellenschlusslicht bereits abgestiegen. Unterhaching, mit einem sehr kleinen Etat ausgestattet, wird es schwer haben gegen die potenten Zweitvertretungen der Bundesligisten. Doch mit Leidenschaft und Einsatz können im Fußball bekanntlich Grenzen überwunden werden.

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