Ein Jahr mit Makel

Der 1. FC Saarbrücken befindet sich mitten in der Sommerpause des Jahres 2015. Die Verantwortlichen sind damit beschäftigt, die Mannschaft für das nächste Jahr besser aufzustellen. Einige Neuzugänge sollen her, besonders im Offensivbereich. Die Spieler spannen erst einmal aus. Bis zum 22. Juni haben sie Urlaub, und den sollten sie nutzen, denn danach heißt es erneut: Mit Vollgas zum Aufstieg. Der letztjährige Anlauf scheiterte in allerletzter Sekunde vom Elfmeterpunkt, ein filmreifes Drama spielte sich in der flyeralarm-Arena am Dallenberg zu Würzburg ab. Doch das muss aus den Köpfen raus. Deshalb gilt es, die letzte Saison endgültig abzuschließen. Die Geschehnisse aufarbeiten, um gestärkt zurückzukommen. Und wie ginge das besser, als mit einem Jahresrückblick?

Die Gesamteinschätzung

Es ist nicht einfach, die hinter uns liegenden 36 Spieltage inklusive der Relegation zu bewerten. Vollends überzeugend trat der FCS selten auf. Allerdings fehlten dazu auch oftmals adäquate Gegner. Gegen Baunatal, Nöttingen oder Zweibrücken reichte auch die halbe Kraft, um am Ende als Sieger den Platz zu verlassen. Als es notwendig war, ans Leistungslimit zu gehen, gelang das aber zu selten. Zwei Niederlagen gegen den Lokalrivalen aus Elversberg, nur einen Punkt aus zwei Spielen gegen Offenbach. Eine Niederlage gegen Eintracht Trier. Es waren Momente, in denen große Enttäuschung rund um den Ludwigspark herrschte. Doch da waren auch die Spiele gegen Homburg, als im Hinspiel in den Anfangsminuten ein Spektakel gezeigt wurde. Als das Rückspiel trotz langer Unterzahl mit 1:0 gewonnen werden konnte. Da waren Auswärtsspiele in Trier und Mannheim, als Fans und Mannschaft als Einheit Siege einfahren konnten. Und da war das Auswärtsspiel in Pirmasens, das für so viel zuvor entschädigte. Da war aber eben auch eine erneute Niederlage im Saarlandpokal, das wiederholte Verpassen des DFB-Pokals. Da waren handfeste Skandale auf der Führungsebene, die nicht aufgearbeitet sondern einfach vertuscht wurden. Da ist ein Präsident, der demokratische Strukturen innerhalb des Vereins aushöhlt und für immer neue Irritationen sorgt. Der fortlaufend von der zweiten Bundesliga spricht, obwohl die Realität eine andere ist. Der auch in der nächsten Saison mutmaßlich und trotz anhaltender Proteste der Fans weiter an der Spitze des Vereins stehen wird.

Das schönste Tor

Es war nicht seine Saison: Felix Luz. In der Hinrunde war er lange verletzt, in der Rückrunde kam er nicht in die Gänge. Im entscheidenden Elfmeterschießen traf er nur den Pfosten. Und doch hat er das schönste Tor der vergangenen Saison erzielt. Per Fallrückzieher gegen Freiburg II. Ein Tor, das die Herzen höher schlagen ließ.

Die Überraschung der Saison

Keine Frage, in dieser Kategorie kann nur einer genannt werden: Marco Meyerhöfer. Der zu Saisonbeginn achtzehnjährige Außenverteidiger zeigte riesiges Potential, spielte konstant auf hohem Niveau und wird in der Zukunft eine große Rolle spielen. Hoffentlich noch lange beim FCS.

Der  konstanteste Spieler

Hier ist die Entscheidung schon nicht mehr so klar. Mehrere Spieler kommen in Betracht. Alex Hahn in der Innenverteidigung, Daniel Döringer im Mittelfeld. Mounir Chaftar als Außenverteidiger. Doch letztlich kommt keiner der Genannten an David Hohs vorbei. Der Keeper spielte nicht nur konstant, er steigerte sich von Spieltag zu Spieltag. Anfängliche fußballerische Schwächen konnte er überwinden, in der Relegation avancierte er zum großen Rückhalt. Immer deutlicher zeigte er: Der beste Keeper der Liga spielt beim FCS!

Der Liebling der Fans

Schon wieder steht die Entscheidung felsenfest: Dennis Wegner, der den Flügel beackerte und immer wieder mit großem Einsatz schon verloren geglaubte Bälle erkämpfte, der trotz schwächerer Rückrunde zu den besten Scorern des Teams zählt. Die Identifikation zum Verein ist enorm, Wegner und der FCS: Das passt. Bezeichnend, dass er sich trotz Problemen am Meniskus die gesamte Rückrunde zur Verfügung stellte und eine nötige OP aufs Saisonende verschob. Leider fehlt er damit zu Beginn der nächsten Saison. Doch wenn er erstarkt zurückkehrt, kann er das Zünglein an der Waage im Kampf um die dritte Liga werden.

Die Topscorer

Sie mussten Kritik einstecken, trotzdem hätte der FCS die Saison ohne sie vermutlich nicht auf einem Relegationsplatz beendet: Sven Sökler und Matthew Taylor. Wie ein Großteil des Kaders hatten sie zwar mit Formschwäche in der Rückrunde zu kämpfen, trotzdem waren sie unverzichtbar. Taylor erzielte 13 Tore, Sökler bereitete beinahe ebenso viele vor. Vor allem Taylor kämpft mit Altersproblemen, abschreiben sollte man ihn für nächste Saison aber nicht. Nun hängt es davon ab, wie sehr er sich noch zu Topleistungen und absoluter Fitness motivieren kann.

Es gab auf alle Fälle genug Momente und Spieler, auf die es sich lohnt, zurückzublicken. Dass es nicht zum großen Wurf reichte, hängt am Ende auch mit einem einzigen Fehlschuss zusammen. Trifft Felix Luz mit seinem Elfmeter in Würzburg nur fünf Zentimeter weiter nach rechts, diskutiert niemand über schlechte Leistungen, ein Aus im Landespokal oder den Trainer. Wer ein Geodreieck zur Hand hat weiß, wie viel fünf Zentimeter sind. Deshalb ist es polemisch, nun alles und jeden in Frage zu stellen. Sicherlich gilt es, sich über den Sommer zu verbessern und vor allem im spielerischen Bereich noch eine Schippe drauf zu legen. Kombinationen scheiterten im letzten Jahr viel zu oft an einzelnen Ungenauigkeiten. Bekommt man diese abgestellt, wird man mit Sicherheit eine gute Rolle in der Liga spielen. Und eine solche hat man auch in der vergangenen Saison gespielt. Aller Unkenrufe zum Trotz.

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