Ein einziges Trauerspiel

Der 1. FC Saarbrücken überbietet sich mal wieder selbst in Peinlichkeiten, Unzulänglichkeiten, Kommunikationspannen und Uneinigkeit. Seit nunmehr einer Woche geht es drunter und drüber, jeden Tag werden alle Interessierten mit neuen Hiobsbotschaften bombardiert. Zuerst wird eine lange einberufene Mitgliederversammlung wieder abgesagt, dann wird bekannt, dass sich eine Opposition gegen die Vereinsführung gebildet hat. Unterstützer beider Gruppen bombardieren sich im Internet mit den immergleichen Argumenten. Einerseits ist ohne das Geld des Hauptsponsors und Vereinspräsidenten Hartmut Ostermann die Zukunft ungewiss, andererseits sieht die Zukunft mit dem Victorsgeld auch alles andere als rosig aus. In Folge dessen tritt Aufsichtsratsvorsitzender Michael Arnold zurück, weil zwei der sieben Mitglieder des Kontrollgremiums den Oppositionsantrag auf Abwahl des Aufsichtsrates undd des Präsidiums unterstützen. Diese zwei Mitglieder, Claude Burgard und Horst Hinschberger, werden im Anschluss von Franz Abel, ebenfalls Mitglied des Gremiums, der allerdings schon länger keine rechte Lust mehr auf den Job zu haben scheint, als „Krebsgeschwüre“ bezeichnet. Konstruktive Arbeit à la FCS.

Dann müssen die Anhänger erfahren, dass der Verein kein Ligaspiel mehr im Ludwigspark absolvieren, stattdessen schon zu Beginn der kommenden Saison in Elversberg spielen wird. Trotz ungeklärter Parkplatzsituation, trotz weiterhin nicht nutzbarer Logen auf der neuen Haupttribüne der SVE. Und obwohl mit der Stadt Saarbrücken schon abgesprochen war, dass bis zum Jahreswechsel im Ludwigspark gespielt werden kann. Die Umbaupläne wurden dahingehend erarbeitet. Und nun der neuste Treppenwitz: Der FCS und Cheftrainer Fuat Kilic gehen getrennte Wege.

Konzentrieren wir uns zunächst auf den schwelenden Machtkampf: Menschen wir Horst Hinschberger oder Eugen Hach bringen sich in Position, über die genauen Beweggründe wissen nur sie selbst Bescheid. Hartmut Ostermann steigt nicht von seinem hohen Ross herab, sondern zeigt sich weiterhin unverbesserlich wie eh und je. Dass sich etwas ändern muss an der Arbeitsweise des gesamten Vereins, hat er anscheinend immer noch nicht begriffen. Und auf der anderen Seite eine Opposition, die unter anderem mehr Transparenz in die Führungsebene des FCS bringen will, sich dabei aber völlig untransparent zeigt. Keine offiziellen Namen, keine offiziellen Stellungnahmen, nur Mutmaßungen und Spekulationen. 50 Sponsoren à 50000€ Einsatz wolle man zusammentrommeln, so schallt es durch die Gerüchteküche. Ein ambitioniertes Vorhaben, das eigentlich sowieso der Standard sein müsste. Bisher halten die Organisatoren ihre Pläne streng unter Verschluss, diese werden sich vermutlich nicht nur auf die besagten 50 Sponsoren konzentrieren. Am Ende läuft möglicherweise alles auf ein Ergebnis heraus: Gewinner gibt es keine, dafür einen großen Verlierer: Der 1. FC Saarbrücken. Ich wäre froh, vom Gegenteil überzeugt zu werden.

Nun zur Stadionposse. Seit Jahren wartet man darauf, dass es endlich losgeht mit dem Umbau. Dann bekommt man von der Stadt die Zusage, bis Weihnachten im Park spielen zu können. Die Pläne werden dahingehend erarbeitet. Und dem FCS fällt nichts besseres ein, als plötzlich doch von Saisonbeginn an nach Elversberg umzuziehen. Zum Unmut der Fans und zum Unmut der Stadt, zu allem Übel auch noch nur über die Medien informiert. Die Stadt hat vermutlich schon einen größeren Teil des ohnehin knapp bemessenen Budgets für die Planungen ausgegeben als notwendig, um einen Umbau im laufenden Spielbetrieb zu gewährleisten. Nun müssen die Pläne erneut überarbeitet werden. Unter Partnern regelt man so etwas anders, da hat Stadtpressesprecher Blug schon recht. Immerhin steht der FCS vor allem auf der Seite der Forderer, nicht der Förderer. Inwieweit die Gründe für das jetzige Vorgehen nachvollziehbar sind, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Eins steht aber fest: In Sachen Außendarstellung war auch das Thema Stadion in dieser Woche ein Griff ins Klo.

Und dann die Trennung vom Trainer. Wie kolportiert wird, einvernehmlich. Auch hier existieren verschiedene Versionen. Ein Rücktritt wegen anhaltender Anfeindungen? Möglich. Eine Entlassung, nachdem man zuvor lange nach einem Nachfolger suchte und nun endlich jemanden gefunden hat? Ebenfalls möglich. Zwei Tage vor Vorbereitungsbeginn trennen sich der 1. FC Saarbrücken und sein Trainer Fuat Kilic. Kilic wäre der gefeierte Mann gewesen, wenn Felix Luz seinen Elfmeter in Würzburg nur wenige Zentimeter weiter rechts platziert hätte. Er wäre der gefeierte Mann gewesen, wenn Schiedsrichter Sven Jablonski im Hinspiel gegen Würzburg einen regulären Treffer des FCS anerkannt hätte. Zentimeter beenden eine Zusammenarbeit. Doch auch hier liegt das Hauptproblem nicht in der Trennung an sich, ein Neuanfang wäre direkt nach Saisonende irgendwo sicherlich auch nachvollziehbar gewesen. Grandios gespielt hatte der FCS in vielen Spielen tatsächlich nicht. Sich aber fast drei Wochen Zeit zu lassen, um dann am denkbar schlechtesten Zeitpunkt überhaupt den Trainer zu entlassen, das ist der nächste Coup in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Es passt aber ins Bild, dass der FCS nicht erst seit einer Woche regelmäßig abgibt. Die FCS-Kritiker sehen sich jedenfalls in ihrer Meinung absolut bestätigt, während im Verein scheinbar alles drunter und drüber geht.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. FC Fan sagt:

    Das mit dem Stadion ist schlecht recherchiert – es gab gestern eine Sitzung mit Vertretern von den betroffenen Vereinen ( auch Saar o5 ) sowie der Polizei in der letztlich entschieden wurde, dass es keinen Sinn macht weiter im Park zu spielen – es war keine Entscheidung die der 1. FC SAarbrücken alleine getroffen hat

    1. Lukas sagt:

      Davon hab ich bisher nichts gehört – ich habe den Bericht aber an der ein oder anderen Stelle ergänzt, um etwas klarer zu machen, worum es geht: Ein Desaster in Sachen Außendarstellung.

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