Der Kampf um die Plätze

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Noch gut drei Wochen sind es, bis der 1. FC Saarbrücken mit einem Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des SC Freiburg in die Saison 2015/2016 startet. Mit neuem Trainer und den beiden Neuzugängen Solomon Okoronkwo und Filip Luksik, außerdem mit den aus der erfolgreichen U19 aufgestiegenen Jens Meyer, Jordan Steiner und Ivan Sachanenko wurde der aus der vorherigen Saison bekannte Kader optimiert, lediglich der Vertrag von Rufat Dadashov wurde nicht verlängert. Damit ist der Konkurrenzkampf grundsätzlich größer geworden, jede Position auf dem Feld ist mindestens doppelt besetzt. Doch zu Beginn wird der FCS auch auf wichtige Spieler verzichten müssen. Die Genesung von Steffen Schäfer, Innenverteidiger, und Marius Willsch, auf der offensiven Außenbahn beheimatet, wird noch einige Tage in Anspruch nehmen, ihr Einstieg ins Mannschaftstraining lässt auf sich warten. Ob sie bis zum Saisonstart auf den Punkt fit sind, ist ungewiss. Definitiv nicht zur Verfügung stehen wird die komplette etatmäßige linke Seite der Mannschaft, Mounir Chaftar und Dennis Wegner stehen erst im weiteren Saisonverlauf zur Verfügung. Und ob Talent Sachanenko in der kommenden Saison überhaupt noch einmal ernsthaft angreifen kann, ist eher fraglich. Der noch für die U19 spielberechtigte Innenverteidiger muss einen komplizierten Kreuzbandriss kurieren und sich dann wieder auf Wettkampfniveau kämpfen. In den Kampf um die Stammplätze zu Beginn werden Sachanenko, Wegner und Chaftar definitiv nicht eingreifen. Doch wer hat aus dem restlichen Kader derzeit die Nase vorn? 

Im Tor heißen die Kontrahenten David Hohs und David Salfeld. Beide haben in den bisher absolvierten Testspielen ihre Einsatzzeiten bekommen, beide konnten sich bereits auszeichnen. Und über beide ist bekannt, dass sie ausgezeichnete Torhüter sind. Dank seines nach vorne gehenden Charakters und den Leistungen in der Vorsaison dürfte David Hohs aber weiterhin die Nase vorn haben.

Den Eindrücken der bisherigen Testspiele zu folgen, sieht Falko Götz in Daniel Döringer zumindest eine Alternative für die Innenverteidigung. Damit wird der dort herrschende Konkurrenzkampf noch verschärft. Gesetzt dürfte Alex Hahn sein, neben ihm ist an dem Platzhirsch und Führungsspieler Peter Chrappan nur schwer vorbeizukommen. Steffen Schäfer wird aufgrund seiner Verletzung zunächst einmal in der zweiten Reihe stehen. Döringer allerdings hat das Potential, die Rolle Chrappans auszufüllen. Tendenz derzeit: Chrappan spielt, aber noch ist keine Entscheidung gefallen.

Auf den Außenbahnen führt kein Weg an Marco Meyerhöfer und Alexandre Mendy vorbei. Beide sind mittlerweile unverzichtbar innerhalb der Mannschaft, die Tendenz geht dahin, mit ihnen die rechte Außenbahn zu besetzen. Dann blieben die beiden freien Plätze auf der linken Seite, wo Neuzugang Filip Luksik Favorit auf die Rolle als linker Verteidiger ist. Er kann allerdings auch die offensive Position besetzen, was die Chance für Timo Kunert oder Hassan Amin eröffnen würde, in die Mannschaft zu rücken. Die wahrscheinlichere Variante sieht ihn aber als Linksverteidiger vor. Sein Vordermann wäre dann Dominik Rohracker, Patrick Zoundi oder Marius Willsch. Willsch wird aufgrund seiner Verletzung Probleme haben, den Vorsprung auf die beiden Konkurrenten aufzuholen. Zoundi machte in der bisherigen Vorbereitung auf sich aufmerksam, doch auch Rohracker zeigt sich in guter Frühform. Hier ist die letztendliche Aufstellung tatsächlich noch völlig offen.

Anders sieht es im zentralen Mittelfeld aus. Kapitän Jan Fießer ist dort gesetzt, Christian Sauter musste wie Schäfer und Willsch aufgrund einer Verletzung in den vergangenen Tagen und Wochen kürzer treten. Er hat Rückstand auf die Kontrahenten Lukas Kiefer und André Mandt, wobei hier Kiefer knapp die Nase vorn hat. Mandt allerdings ist sicherlich nicht abgeschrieben. Und dann wird es interessant: Spielt Götz im von ihm bevorzugten 4-4-2-System, wäre kein Platz für einen Spielmacher. Der eigentlich unverzichtbare Sven Sökler müsste entweder als offensiverer Part der beiden zentralen Mittelfeldspieler agieren, also Lukas Kiefer verdrängen, oder er käme als hängende Spitze ins Spiel. Das wiederum würde einen Stürmer weniger bedeuten.

Im Sturm ist die Situation wirklich noch nicht zu deuten. Felix Luz hat tendentiell die Nase vorn vor Matthew Taylor, in der Regel wurden beide bisher aber zusammen aufgeboten. Jens Meyer wird sich trotz überraschend forscher Auftritte zumindest zu Beginn mit einem Platz in der zweiten Reihe begnügen müssen. Doch dann kommt Neuzugang Solomon Okoronkwo ins Spiel. Er wurde sicherlich geholt, um regelmäßig zu spielen. Setzt er das um, ist er im Sturmzentrum gesetzt. Plant Falko Götz dann noch wie zuletzt in Neunkirchen gesehen mit Sökler als hängender Spitze, wären zwei der drei Platzhirsche Sökler, Taylor und Luz nur mit einem Platz auf der Bank ausgestattet. Eine Situation mit Konfliktpotential.

Vielleicht wird das nächste Testspiel gegen Wiesbaden am morgigen Samstag schon mehr Rückschlüsse zulassen, doch ein harter Kampf ist bereits in vollem Gang. Es wird Härtefälle geben und eine der großen Aufgaben Falko Götz‘ wird sein, aufkommende Unruhe im Keim zu ersticken. Unsere große Stärke des letzten Jahres war der mannschaftliche Zusammenhalt, der nun durch Konkurrenzkämpfe gefährdet sein könnte. Die Aufgabe des Trainers ist es daher, alle Spieler bei Stange zu halten und niemandem das Gefühl zu geben, nicht gebraucht zu werden. Einfach ist das nicht.

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