Blau-Schwarz historisch: Das Gründungsjahr 1903

Es ist der 18.04.1903, und in Malstatt, Stadtteil Saarbrückens, treffen sich einige Jungspunde zu einem historischen Moment. Die Jungspunde sind Fritz Courths, Willi Düpre, Ernst Gettmann, Karl Jose, Gustav und Heinrich Pillon, Hugo Wätzmann, Heinrich Wagner sowie Willi Wilhelm. Außerdem dabei: Ihr Turnlehrer namens Poller. Sie gründen eine Fußballabteilung, die Teil des TV Malstatt ist. Sie wird später zum 1. FC Saarbrücken erwachsen, der große Erfolge feiern darf: Westmarkmeister, deutscher Vizemeister, eine überlegene Meisterschaft in der französischen zweiten Division in der Besatzungszeit. Ein 6:1-Sieg gegen den mit Weltmeistern gespickten FC Bayern München. Grandiose Siege in Mailand und Madrid, der sprachliche Ritterschlag Jules Rimets, der den FCS als „interessanteste Mannschaft Europas“ bezeichnet. Bereits mehr als 112 Jahre blau-schwarze Freude, blau-schwarze Erfolge und blau-schwarze Leidenschaft liegen hinter uns. Große Spieler wie Felix Magath, Andy Brehme oder Tony Yeboah trugen das Trikot des FCS, sie sind Teil einer langen Geschichte. An diese Geschichte wird der Blau-Schwarze Blog in den nächsten Wochen und Monaten in der neuen Reihe „Blau-Schwarz historisch“ erinnern. Denn erinnerungswürdig sind die vergangenen 112 Jahre definitiv.

Das Jahr 1903: Es war ein Jahr inmitten einer unruhigen Zeit. Da waren soziale Probleme, die auf die Industrialisierung folgten. Da war außerdem eine neue Internationalität, von den nach Kolonien strebenden Großmächten mit ihrem Ausbreitungsdrang ausgelöst. Da war ein Deutschland, dessen Bürgern gerne eine größere Rolle in der Weltgeschichte dieser Zeit gespielt hätten. Die vorsichtige Außenpolitik des Altkanzlers Bismarck hatte viele zermürbt. Dieses Streben nach mehr Macht sollte 11 Jahre später in den ersten Weltkrieg führen, der auf grausame Art und Weise erkenntlich machte, was im Leben wirklich zählt.

Die Menschen lebten damals in einer Zeit der ständigen Veränderung. Neue technische Möglichkeiten revolutionierten das gesamte Leben, die Grundlagen für unser heutiges Leben wurden geschaffen. Auch im Jahr 1903 erreichten einige wegweisende Erfindungen den Markt. Die Gebrüder Wright, Pioniere der Luftfahrt, starteten zu ihrem ersten beobachteten motorisierten Flug, Willis Whitnew entwickelt erstmalig eine Glühbirne, die nicht schwarz anläuft. Der Scheibenwischer wird erfunden, genauso wie der moderne Bleistift. In Wuppertal wird eine Schwebebahn eröffnet, fünf Jahre hatte man daran gearbeitet. Zum ersten Mal in der Weltgeschichte wird eine Postkarte kreiert und versendet. Marie und Pierre Curie gewinnen einen Nobelpreis. Und der FCS ist nicht der einzige neugegründete Fußballverein des Jahres: Atlético Madrid, Carl Zeiss Jena und die SpVgg Fürth werden ebenfalls gegründet.

Und inmitten dieser Zeit des Aufbruchs ist da die Stadt Saarbrücken, an der französischen Grenze gelegen, mit ihrem Stadtteil Malstatt und der dort ansässigen Kneipe Tivoli. Der 18.04.1903, ein Tag mitten im April. Neun Jungs und ihr Sportlehrer sind der Anfang einer langen Geschichte. Ob ihnen bewusst war, der Grundstein welcher Erfolge das damalige Treffen war?

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