Unser FC

Lange wurde spekuliert, nun herrscht zumindest ein Stück mehr Klarheit: Die von der Öffentlichkeit als Opposition bezeichnete Gruppierung von FCS-Fans, die sich zum Ziel genommen hat, den 1. FC Saarbrücken neu zu organisieren, ist an die Öffentlichkeit getreten. Gestern Nachmittag, während die erste Mannschaft des FCS ein besseres Trainingsspiel gegen die eigene U19 veranstaltete, ging eine Homepage online. Inklusive eigenem Banner, Vorstellungsvideo und der Vorstellung eines Konzepts. Die wichtigste Neuigkeit war für viele aber eher die Zusammensetzung der Gruppierung. Erstmals wurde umfassend über alle Beteiligten informiert. Neben Horst Hinschberger, Claude Burgard, Meiko Palm und Salvo Pitino, die entweder schon öffentlich in Erscheinung getreten sind oder Objekte von Spekulationen waren, sind auch Michael Haubrich, Eugen Hach, Volker Morsch und J.O. Boghossian mit von der Partie. Während der Name Eugen Hach den meisten Fußballfans geläufig ist, sind seine Mitstreiter bisher noch nicht groß öffentlich in Erscheinung getreten.

Die Homepage bringt bisher vor allem Ziele der Ersteller zum Ausdruck. Hier einmal ein Auszug:

  • „Ziel ist die Mitgliederanzahl in den kommenden 4 Jahren zu verdreifachen.“
  • „Weg zu alter Größe und neuem Glanz zurück in den Profifußball.“
  • „stabilere und breitere Finanzierung durch das neue Sponsoringsystem“
  • „U23 – wieder anmelden“
  • „Neuaufstellung der Führungsgremien und des Gesamtvereins 1. FC Saarbrücken e.V.“

Die genaue Besetzung des neu aufzustellenden Präsidiums ist dabei bereits geplant:

Präsident: Horst Hinschberger

Vizepräsident und sportlicher Direktor: Eugen Hach

Schatzmeister: Salvo Pitino

Aufsichtsratskandidaten:

  • J.O. Boghossian (juristische Expertise)
  • Meiko Palm (Draht zu den Fans)
  • Volker Morsch (ökonomische Expertise)
  • Claude Burgard (Unbestechlichkeit, Aussprache unangenehmer Wahrheiten)
  • Michael Haubrich (Vermarktung)

Der wohl wichtigste Bestandteil einer „Opposition“, ihr Konzept, wird ebenfalls vorgestellt, wenn auch nicht in der Intensität, wie sich das manch einer vielleicht erhofft hätte. Sie baut auf ein Pyramidensystem auf, man möchte also zunächst einmal ein tragfähiges Fundament schaffen. Das wird als „Nachhaltigkeit“ bezeichnet, hierunter fallen auch die meisten Konzeptveränderungen. Finanzen (zwei Hauptsponsoren, mehrere gestaffelte Ebenen), das Sportliche (regionale Verwurzelung der Mannschaft), der Nachwuchs (effiziente Vorstufe des Sportkonzepts), eine Verbesserung in Sachen Marketing (Identifikation, Tradition, auch für Familien attraktiver Eventcharakter) und ein veränderter Umgang mit den Medien (Bekämpfung von Unsachlichkeit und Sensationsgier, konkret: vor allem der BILD) stellen die fünf Säulen des Fundaments. Darauf aufgebaut folgen die Basis (Zusammenarbeit zwischen Fans, Verein, Stadt), der Aufsichtsrat (konstruktive Zusammenarbeit, Verlässlichkeit), das Präsidium (Führungskompetenz) und als Aushängeschild die erste Mannschaft des Vereins, die mit sportlichem Erfolg (ermöglicht durch den Unterbau) positiv voran gehen soll.

Das Konzept steht also, es wird auch einigermaßen ansprechend präsentiert. Das Vorstellungsvideo beispielsweise ist gut gelungen. Was natürlich noch beinahe völlig fehlt, sind Inhalte, die das Konzept mit Leben füllen. Ein gestaffeltes Finanzsystem klingt vielversprechend, es muss aber selbstredend mit Sponsoren gefüllt werden. In diesem Bereich lässt sich die Gruppierung weiterhin nicht in die Karten schauen. Möglicherweise erfährt die Öffentlichkeit darüber mehr, wenn am Montag eine Pressekonferenz von „UnserFC“ abgehalten wird.

Sollte es in absehbarer Zeit zur geforderten Umstrukturierung kommen, sind die Mitglieder gefragt. Möchte man dem oben beschriebenen Konzept trauen, wurden bis dahin theoretische Konstrukte mit Inhalten gefüllt? Dann ist ein Neuanfang möglich. Entpuppt sich das Konstrukt als Luftschloss, wird es scheitern. Der FCS braucht eine Neuorientierung, das ist allen bewusst. Unter der aktuellen Führung hat sich jahrelang nichts geändert. Deshalb sollte man dem nun vorgestellten Konzept in jedem Fall eine faire Chance geben. Dass es Kritikpunkte gibt, ist richtig. Nun den Verantwortlichen hinter unserfc.de aber Unruhestiftung oder ähnliches vorzuwerfen, ist haltlos. Für Unruhe sorgt vor allem die aktuelle Führung regelmäßig, und das bereits über eine lange Zeit hinweg.

Trotzdem darf man die Kritikpunkte am Auftritt nicht außer Acht lassen. Ein oft genannter Vorwurf ist Selbstdarstellung, unter anderem im Bezug auf Horst Hinschberger, der bekanntermaßen eine brisante Parteilaufbahn hinter sich hat. Nun zwar keine weitergehenden Inhalte zu Fragen der Finanzierung (sicherlich das schlagende Argument) zu bieten, dafür aber das vorgesehene neue Präsidium schon vorab komplett besetzt zu haben, gibt solchen Vorwürfen natürlich Nahrung. Neben einer Belebung des vorgestellten Konzepts ist daher in der näheren Zukunft vor allem notwendig, glaubhaft zu beweisen, dass die Beteiligten allesamt Vereinsinteressen vor den eigenen Vorteil stellen. Die Chance dazu sollten Hinschberger, Burgard, Haubrich und Co aber bekommen.

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