Kein großes Fest

Am vergangenen Wochenende feierte Saarbrücken seinen Fluss – das Saarspektakel stand auf dem Programm. National bekannte Musikstars wie die Guano Apes oder Nina Hagen heizten den Besuchern bei ohnehin schwülwarmen Temperaturen ordentlich ein, parallel dazu ging auch am Püttlinger Sauwasen die Post ab. Für die jüngere Generation ging dort das Rocco del Schlacko über die Bühne, für viele Besucher das Highlight des Sommers. Feierlaune wohin man schaut also, nur rund um den 1. FC Saarbrücken ist die Stimmung noch lange nicht am Höhepunkt. Ein vom Ergebnis her knapper Sieg in der tiefsten Fußballprovinz im hessischen Steinbach lässt die Herzen der Fans nicht unbedingt höher schlagen, auch wenn drei Punkte eingetütet wurden.

Falco Götz begann auch am Samstag mit den beiden Neuzugängen Filipp Luksik und Solomon Okoronkwo in der Startelf. Der dritte Neue David Puclin durfte erstmals nach überstandener Verletzungspause auf der Bank Platz nehmen. Neu ins Team rückte Marius Willsch auf der linken Offensivposition, Luksik rutschte in die Viererkette. Damit blieb für den forschen Hassan Amin trotz guter zuletzt Leistungen nur die Bank. Götz traut seinem neu verpflichteten slowakischen Linksverteidiger anscheinend bessere Leistungen zu als dem jungen Afghanen. Auf dem Platz deutlich wurde das bisher allerdings nicht.

Ähnlich verhält es sich im Sturmzentrum. Solomon Okoronkwo stand auch am vergangenen Samstag von Beginn an auf dem Platz, trotz unglücklicher Leistung am vorherigen Wochenende und einer Verletzung unter der Woche. Seiner offensichtlich noch nicht optimalen Fitness tat die Zwangspause ganz und gar nicht gut, der Nigerianer blieb bis zu seiner Auswechslung blass. Konkurrent Felix Luz musste trotzdem auf der Bank Platz nehmen.

Doch die beiden Neuen brauchen Spielpraxis, um ans Limit ihres zweifellos vorhandenen Niveau zu kommen. Auch deshalb gewährt Götz ihnen bisher den Vorzug vor der Konkurrenz. Wie lange die Sonderbehandlung allerdings anhält, ist ungewiss. Spätestens mit der Rückkehr Mounir Chaftars demnächst wird Luksik keine Schonfrist mehr bekommen können. Chaftar ist bei vorhandener Fitness eigentlich nicht aus der Stammelf wegzudenken.

Nicht aus der Stammelf wegzudenken ist auch Matthew Taylor. Der Routinier schoss den FCS am Samstag mit dem Tor des Tages zum ersehnten Sieg. Beherzt setzte er sich gegen mehrere Steinbacher Defensivspieler durch und schloss gekonnt aus 16 Metern ab. Der folgende Jubel zeigte: Das Tor ließ dem Stürmer eine Menge Ballast von der Seele fallen. Nach der vergebenen Großchance gegen Freiburg II war harsche Kritik an Taylor aufgekommen, allerdings entpuppt sich diese bei genauerem Hinsehen als haltlos. Derzeit stehen dem FCS drei Stürmer zur Verfügung, Taylor, Luz und Okoronkwo. Falco Götz setzt auf ein 4-2-2-System, darin lässt sich einer der beiden Stürmer immer wieder fallen – eine Rolle, die optimal zu Taylor passt. Er wirkt spritziger, fitter und mehr ins Spiel eingebunden als zum Ende der letzten Saison, als er mitunter zurecht kritisiert wurde. Sein Treffer war nun der erste messbare Nachweis seiner Wichtigkeit. Denn Luz und Okoronkwo sind bullige, durchsetzungsstarke Typen, die sich gemeinsam eingesetzt vermutlich eher behindern würden, als zu harmonieren. Der explizite Konkurrent Taylors heißt viel eher Jens Meyer, der derzeit allerdings noch verletzt fehlt.

Nun hat er also getroffen und damit seine Kritiker erst einmal mundtot gemacht. Doch abgeschüttelt hat er sie nicht. Taylor hat ein schlechtes Standing im unruhigen Umfeld des FCS, er wird toleriert wenn er trifft, nie aber gefeiert. Obwohl er vergangene Saison der mit Abstand beste Saarbrücker Torschütze war, gilt er als Chancentod. Eine Einschätzung, die ihm nicht gerecht wird. Taylor ist kein Lautsprecher wie Felix Luz, er ist kein emotionaler Leader wie Dennis Wegner. Aber er ist wichtiger Bestandteil des Teams und zweifelsohne eine Bereicherung der Saarbrücker Offensive.

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