Wie im Rausch

Begegnung: 1. FC Saarbrücken – SV Spielberg 1920

Ergebnis: 2:0

Zuschauer: 4009

Einschätzung:

Der FCS spielt sich zusehends in einen Rausch. Diese Erkenntnis wird nach jeder absolvierten Partie deutlicher. Nach der starken zweiten Halbzeit legte man auch gegen Spielberg über den Großteil der Spielzeit teilweise fußballerisches Balett aufs Parkett. Für ein Regionalligateam spielt der FCS schon jetzt einen außergewöhnlich guten, schnellen und kombinationssicheren Fußball. Spieler wie Marco Meyerhöfer, Alexandre Mendy, Sven Sökler, Matthew Taylor oder David Puclin sprühen nur so vor Spielwitz, sind noch dazu direkt nach Ballverlust in der Lage, effizient und erfolgreich gegen des Gegners Aufbauspiel zu pressen. Spielberg war damit völlig überfordert, ähnlich wie Pirmasens wenige Tage zuvor. Nun muss nur noch die Chancenverwertung verbessert werden, dann könnte dem FCS eine äußerst erfolreiche Saison bevorstehen.

Die Stimmung:

Spiel für Spiel dasselbe Bild: 20 Minuten Totengräberstimmung, dann steigt die Virage Est ein und zeigt vor allem in der ersten Halbzeit ein stimmgewaltiges Gesamtbild. Gestern wurde einmal mehr deutlich, wie unverzichtbar die Jungs im E-Block für die Atmosphäre im Ludwigspark sind. Nachdem in den Vorwochen D- und F-Block eigentlich einen Schritt nach vorne gemacht haben, war das gestern wieder ganz blass. Entsprechend lassen die unsäglichen Pfiffe gegen eigene Fans endlich nach. Gestern waren sie nur noch vereinzelt zu hören.

Der Fauxpas des Tages:

Es deutet sich ein Konflikt zwischen Fans und Mannschaft an. Weil die Ultras 19:03 Minuten schweigen, verweigert die Mannschaft nach Abpfiff die gemeinsame Feier. Im zweiten Heimspiel in Folge kam man nicht zum E-Block, konzentrierte sich stattdessen auf den Rest des Stadions. Auch in Pirmasens fiel das gemeinsame Feiern eher kühl aus. Nun ist es natürlich das Recht des Teams, zu zeigen, dass man gerne über die komplette Spielzeit hinweg unterstützt werden möchte. Leider ist es ein wenig unglücklich, sich stattdessen dem D-Block aufmerksamer zuzuwenden, da dort eben auch niemand für 90-minütige Unterstützung sorgt, noch nicht mal für 70 Minuten, wie es im E-Block der Fall ist. Akzeptabel wäre da eher, das gesamte Stadion zu ignorieren. Damit wäre allerdings der Affront perfekt und die nächste Großbaustelle im Verein eröffnet. Bleibt eigentlich nur eine Hoffnung, die auch die Ultras gestern in Plakatform äußerten: Eine Einigung zwischen dem aktuellen Präsidium und der Initiative „UnserFC“ und damit einhergehend ein tragfähiges Zukunftskonzept mit der notwendigen Transparenz UND dem Geld von Ostermann.

Die Überraschung des Tages:

Falco Götz schonte niemanden. Damit unterstrich er nochmals seine Warnungen vor dem Spiel, Spielberg zu unterschätzen. Und das mit Erfolg: Die Mannschaft bespielte den Gegner mit dem notwendigen Ernst und ließ überhaupt nichts anbrennen. Vor Anpfiff war darüber spekuliert worden, ob beispielsweise David Puclin wegen einer in Pirmasens erlittenen Verletzung geschont wird. Wurde er nicht, und das erwies sich als goldrichtig.

Der Spieler des Spiels (offensiv):

Wieder brillierte David Puclin, wieder zeigte Matthew Taylor ein starkes Spiel. Doch um der notwendigen Ausgewogenheit genüge zu tun, heißt der Spieler des Spiels heute Alexandre Mendy. Der Flügelflitzer, gewohnt schnell und durchsetzungsstark, zeigte eine bärenstarke Leistung im Verbund mit Marco Meyerhöfer. Was die rechte Seite des FCS derzeit bietet, wäre selbst in der dritten Liga außergewöhnlich. Ganz stark!

Der Spieler des Spiels (defensiv):

Aufgefallen ist er vor allem durch Offensivaktionen, weil Steinbacher Angriffe eher Mangelware waren: Marco Meyerhöfer. Der Rechtsverteidiger ist eines der Juwele im Kader des FCS, spielt in jungen Jahren schon unglaublich souverän und abgeklärt, dazu spielfreudig und in hohem Tempo. Der Toptransfer des vergangenen Jahres hat unter Falco Götz noch einmal ein höheres Niveau erreicht, eine goldene Zukunft im deutschen Profifußball steht ihm bevor – hoffentlich noch lange beim FCS.

(Verschmerzbares) Ärgernis:

Diesmal war es noch verschmerzbar, aber irgendwann könnte es sich auch rächen: Das Auslassen von bestens herausgespielten Torchancen. Obwohl der Ball regelmäßig beinahe in den gegnerischen Strafraum gezaubert wird, gewinnt der FCS selten hoch. Statt 2:0 hätte es gestern Abend eigentlich 6:0 heißen müssen. Sven Sökler, Matthew Taylor, David Puclin und Alexandre Mendy scheiterten mit 100-prozentigen Torchancen. Am nächsten Wochenende geht es nach Elversberg, dann wird der FCS sich in Sachen Chancenverwertung steigern müssen.

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