Der erste Dämpfer

Partie: SV Waldhof Mannheim – 1. FC Saarbrücken
Ergebnis: 3:1
Zuschauerzahl: 9.800

Einschätzung:
Es ist das Bild dieses Spiels: Ein Mannheimer Spieler legt sich den Ball zum Freistoß zurecht. Durch drei Standardtore fängt sich der 1. FC Saarbrücken beim Spitzenspiel in Mannheim die erste Niederlage ein. Dabei hatte Mannheim den Sieg absolut verdient. Der Gastgeber wirkte griffiger, aggressiver und in den entscheidenden Situationen zielstrebiger. Mannheim setzte sich zurecht an die Tabellenspitze und der FCS muss erst einmal Wunden lecken und die Erkenntnis verkraften, dass der Weg auf einen Relegationsplatz in diesem Jahr unglaublich schwer wird. 
Der FCS startete dabei eigentlich ideal in die Partie. Schon früh konnte Solomon Okoronkwo nach Vorarbeit von Alexandre Mendy die Führung für die Saarländer erzielen. Doch der Jubel im Gästebereich wich rasch einer gewissen Anspannung. Mannheim zeigte sich nicht beeindruckt, sondern übernahm in der Folge den spielbestimmenden Part. Bei einem Eckball kam Felix Luz seinem Gegenspieler Seegert nicht hinterher, was dieser eiskalt nutzte. Den Ausgleich feierte er mit einem nicht ganz nachvollziehbaren Kuss aufs Mannheimer Wappen in Richtung der Saarbrücker Fans. Eine ziemlich unnötige Aktion. In der Folge konnte der FCS zwei große Chancen durch Mendy und vor allem Luksik nicht nutzen, was Mannheim in die Karten spielte. Die Waldhöfer machten es besser: Ein direkt verwandelter Freistoß brachte sie in Front, ein Strafstoß in der Schlussphase der Partie sorgte für die Entscheidung. Nun muss sich der FCS als Tabellensechster erstmal wieder an die Konkurrenz heranarbeiten. Die nächsten Partien gegen Hoffenheim und in Trier könnten da schon richtungsweisenden Charakter haben.

Die Stimmung:

Mannheimer Choreo
Mannheimer Choreo

Die Kulisse war absolut beeindruckend. Vor fast 10.000 Zuschauern spielten zwei Spitzenmannschaften der Regionalliga Südwest gegeneinander, im schönen Carl-Benz-Stadion sorgte das für Gänsehautstimmung. Beide Seiten unterstützten ihre Mannschaft lautstark, auf Mannheimer Seite präsentierte man sogar eine schöne Choreo. Eindrucksvoll wurde bewiesen, dass beide Vereine eigentlich nichts in der Viertklassigkeit zu suchen haben. Einziger Wehrmutstropfen: Auf beiden Seiten kamen Böller zum Einsatz, im Gästeblock wurde zu Beginn der zweiten Halbzeit auch gezündelt. Empfindliche Strafen drohen dem ohnehin schon unter Beobachtung stehenden FCS somit.

 
Der Fauxpas des Tages:
Es erschließt sich mir nicht wirklich: Der FCS ist von einem Zuschauerausschluss bedroht, musste in der jüngeren Vergangenheit bereits ganz empflindliche finanzielle Strafen bezahlen. Gleichzeitig kämpft die eigene Fangruppe um Reputation innerhalb des Vereinsumfelds. Was verleitet einen dann dazu, Böller und rote (!) Feuerwerkskörper zu zünden? Es ist unbestritten, dass Pyroshows in den eigenen Vereinsfarben und kontrolliert abgebrannt ein Highlight sein können.Aber rot ist nun einmal keine der FCS-Vereinsfarben und im prall gefüllten Gästeblock konnte von kontrolliertem Abbrennen keine Rede sein. Im Gegenteil: In der ersten Hälfte konnte ich mit eigenen Augen beobachten, wie einem älteren Mann ein Böller direkt vor die Füße geworfen wurde. Der beschwerte sich zurecht, doch der Täter war bereits untergetaucht.

Die Überraschung des Tages:

Die Polizei hat aus dem letztjährigen Organisationsdesaster gelernt. Vor Jahresfrist waren Saarbrüker PKWs von Mannheimer Randalierern angegriffen worden. Diesmal blieb alles friedlich. Gut organisiert verlief das Derby, dabei darf allerdings auch der extrem hohe personelle Aufwand nicht unerwähnt bleiben. Eine Vielzahl von Polizeibeamten war im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen. Trotzdem muss man der Einsatzleitung in diesem Jahr ein Lob aussprechen, aus dem Vorjahr wurden die notwendigen Konsequenzen gezogen.

Die Spieler des Spiels:

Man muss die Mannheimer Mannschaft kollektiv loben. Hart, aber nicht unfair ging sie ins Spiel und kaufte dem FCS damit den Schneid ab. Die Neuzugänge des Sommers haben wirklich gestochen: Hanno Balitsch sorgt für eine enorme defensive Stabilität, auch Michael Fink leistet dazu einen großen Beitrag. Und Jannik Sommer, in den vergangenen Monaten immer wieder auch beim FCS im Gespräch, ist ein absoluter Gewinn für die Offensive. Über den Flügel ist er nur schwer zu stoppen, und obendrein erzielte er in der bisherigen Saison bereits sechs Treffer. Mannheim ist zurecht die Mannschaft der Stunde!

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