Dem Dusel sei Dank

Begegnung: SV Eintracht Trier – 1. FC Saarbrücken

Ergebnis: 2:3

Zuschauer: 5.384

Einschätzung:

Der FCS wird langsam zum Experten für gedrehte Spiele in den Schlussminuten! Nachdem in der vergangenen Saison das Auswärtsspiel in Pirmasens für viele als magischer Moment in den Köpfen hängen geblieben ist, wiederholte sich das damals Geschehene am vergangenen Wochenende fast identisch. Bis zur 89. Minute führte die heimische SV Eintracht aus Trier mit 2:1 gegen den 1. FC Saarbrücken, schien den Sieg bereits in der Tasche zu haben. Selbst zu diesem Zeitpunkt des Spiels nämlich war Trier aggressiver, gefährlicher und eigentlich rundum besser. Doch dann zahlte sich die individuelle Klasse Saarbrückens aus. Nach einer Hereingabe des eingewechselten Marius Willsch stieg der ebenfalls eingewechselte Felix Luz am höchsten und setzte den Ball schön ins Netz des Trierer Tors. Der Eintracht-Torhüter Keilmann hatte nach einem Stellungsfehler keine Abwehrchance mehr. Und auf einmal ist der FCS da: Wieder dreht Marius Willsch auf dem Flügel auf, legt den Ball in die Mitte und aus dem Getümmel schießt Philipp Luksik die Kugel per Aufsetzer in die linke untere Ecke des Tors. Ungläubige Freude macht sich im Gästeblock breit, die Trierer Spieler sinken entsetzt in sich zusammen. Der Schiedsrichter beendet die Partie und damit ist es besiegelt: Der FCS gewinnt ein Chaos-Derby voller Überraschungen, in dem er eigentlich 90 Minuten lang die unterlegene Mannschaft war. Trier hingegen muss vorerst den Kontakt zur Spitzengruppe abreißen lassen.

Die Spieler des Spiels:

Er war einer der besten, und doch war er am Ende die tragische Figur: Patrick Lienhard, der Trierer Spielmacher, machte ein großartiges Spiel und erarbeitete sich Chance um Chance. Doch dann versagten ihm ein ums andere Mal die Nerven vor dem Kasten des FCS. Mindestens zwei Tore hätte er erzielen müssen, die Möglichkeiten hätten besser fast nicht sein können. Am Ende ist er also nicht der Trierer Held, sondern der große Depp. Dazwischen liegen gerade im Fußball oft nur Milimeter, die fehlen, damit ein Ball eine Linie überquert.

Dass Lienhardt nicht der Spieler dieses Derbys wurde, hängt auch mit zwei Saarbrückern zusammen: David Hohs und Peter Chrappan waren hauptverantwortlich dafür, dass der FCS gegen Ende überhaupt noch die Möglichkeit bekam, drei Punkte aus Trier mitzunehmen. Sie retteten mehrfach in brenzligen Situationen, behielten immer die Nerven und so in fast jedem Zweikampf die Oberhand. Der Torwart und sein Abwehrchef haben damit den mit Abstand größten Anteil an diesem überraschenden Saarbrücker Auswärtssieg.

Die Überraschung des Tages:

Trier ist eine echte Spitzenmannschaft! Dass die Eintracht defensiv und kämpferisch eine der stärksten Mannschaften dieser Regionalliga ist, war auch den meisten FCS-Fans bereits vor dem Spiel klar. Wie die SVE aber mehr als einmal die FCS-Defensive ganz alt aussehen ließ, das war äußerst ansehnlich und immer wieder brandgefährlich. Einziges Manko: Chance um Chance wurde fahrlässig vergeben. Wenn Trier dieses Problem schnellstmöglich in den Griff bekommt, könnte die Eintracht tatsächlich bis zum Ende ein ernsthafter Konkurrent um die Relegationsplätze bleiben.

Natürlich bleibt neben dem Fußballspiel vor allem das Drumherum dieses Derbys in den Köpfen hängen. Pyro wurde gezündet, das Spiel stand mehrfach ganz knapp vor einem Abbruch. Menschen wurden verletzt. Den unschönen Vorkommnissen in Trier habe ich mich intensiv in einer Ausgabe der Blog-Serie „Gewalt im Fußball“ gewidmet. Die findet ihr hier.

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