Hopp-Galopp

Der Mäzen und sein Projekt: Die TSG Hoffenheim
Der Mäzen und sein Projekt: Die TSG Hoffenheim

Er ist einer der reichsten Männer Deutschlands. Hat mehr Geld, als er ausgeben kann. Und er hat ein Hobby: Fußball. Dietmar Hopp ist deutschlandweit bekannt. Nicht unbedingt, weil er als Mitbegründer von SAP eines der größten Softwareunternehmen der Welt geschaffen hat, sondern in seiner Rolle als Mäzen. Dietmar Hopp rollt den Fußball in Deutschland von hinten auf. Und wie es scheint tut er das im Alleingang. Sein einziges Hilfsmittel: Geld. Verdammt viel Geld.

Beliebt ist er nicht. Doch anscheinend kann er mit öffentlichen Anfeindungen gut leben. Dietmar Hopp hatte einen Traum: Die TSG Hoffenheim an der Spitze des deutschen Fußballs. Noch ist sein Ziel nicht erreicht, denn er ist weiterhin am Steuer. Der Business-Plan ursprünglich: Geld rein, mehr Geld rein, noch mehr Geld rein. Sportlichen Erfolg erzwingen. Den  Verein in Deutschlands Elite etablieren. Sich zurückziehen.

Vermutlich hat Hopp diesen Plan mittlerweile aufgegeben. Er ist faktisch Alleinherrscher in Hoffenheim, und das sogar ganz offiziell. Seit dem 1. Juli 2015 ist er mit 96% Mehrheitseigner der Spielbetriebsgesellschaft der TSG. Eine Ausnahmegenehmigung der DFL machts möglich. Er ist das lebende Beispiel dafür, dass es in Deutschland mit viel Geld ohne Probleme möglich ist, seinen Privatverein bis in die Bundesliga zu führen. Vielen geht das gegen den Strich, verhindern konnte oder wollte es niemand. Hopp setzt seinen Weg unbeirrt weiter fort.

Fanproteste in Deutschlands Stadien:

„Dietmar Hopp du Sohn einer Hure!“

„Hopp du Drecksschwein!“

„Hasta la Vista Hopp“

„Dass dich keiner leiden kann, stand wohl nicht im Business-Plan“

Über seine Beweggründe kann man nur spekulieren. Ist es Aufmerkamkeitsdrang? Selbstdarstellung? Langeweile? Oder will er einfach nur seiner Heimat ein Highlight schenken und sich damit dort unsterblich machen? Dietmar Hopp ist ein Phänomen. Und für Hoffenheim und den deutschen Fußball hat er viel getan. Die Jugendarbeit der TSG ist außergewöhnlich, viele junge Fußballer können dankbar sein, dass es Dietmar Hopp gibt. Trotzdem gilt er unter deutschen Fußballfans als große Hassfigur, weil er einen Verein erschaffen hat, der Grundtugenden des Sports außer Acht lässt. Ins Stadion gehören Leidenschaft, Stimmung, Herzblut. In Hoffenheim treibt Neugierde, Langeweile und Interesse an Spektakel und Events die Menschen zum Fußball. Auswärtsspiele der TSG sind selten gut besucht, eine erstzunehmende Fanszene existiert nicht.

Deshalb wird Hopp angefeindet, beleidigt, oft genug weit unter der Gürtellinie. Auch morgen wird protestiert werden. Denn morgen spielt der 1. FC Saarbrücken in Walldorf, Hopps zweitem Privatprojekt. Hoffenheim, sein Heimatort, hat die Bundesliga bereits erreicht. In Walldorf, dem SAP-Firmensitz, hat Hopp bisher nicht zum ganz großen Sprung angesetzt. Weniger Geld und deshalb auch geringerer sportlicher Erfolg haben den Verein trotzdem immerhin in die Regionalliga und damit auf eine Ebene mit Kickers Offenbach, dem FCS oder Alemannia Aachen geführt. Und es könnte noch weitergehen: Walldorf hält sich wacker in der Liga, gilt als unangenehmer Gegner. In naher Zukunft könnte ein Aufstiegskandidat aus dem kleinen Verein werden. Und dann winkt sogar schon Liga 3. Es wäre der zweite Hopp-Verein im deutschen Profifußball.

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