Ein Knackpunkt

Sie sind deutlich zu erkennen, die Anzeichen einer sportlichen Krise: Der Kapitän erklärt laut BILD, was alles besser werden muss. Der Trainer stellt sich im Interview mit der Saarbrücker Zeitung Fragen zur sportlichen Situation. Die Fans in den sozialen Medien haben das Saisonziel Aufstieg anscheinend längst aufgegeben und schreien im Brustton der Überzeugung, diese Mannschaft tauge nur zu Mittelmaß. Beim FCS ist nicht mehr alles kunterbunt. Die Anfangseuphorie unter dem neuen Trainer Falko Götz hat sich verflüchtigt. Und so bahnt sich ein entscheidender Moment dieser Saison an – das Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern. Können Mannschaft und Trainer mit einer überzeugenden Leistung alles wieder gerade biegen? Oder breitet sich die Krise erst so richtig aus?

Das Wort „Krise“ wird im modernen Fußball oft genug überstrapaziert. Faktisch gesehen ist der FCS voll im Soll, sowohl langfristig (26 Punkte aus zwölf Spielen) als auch kurzfristig (sechs Punkte aus drei Spielen). Zumindest in den objektiven Daten und Fakten ist keine Krise zu erkennen. Natürlich ist eine Klatsche wie in Walldorf (3:0) unbefriedigend, noch aber handelt es sich lediglich um ein Ausrutscher, nicht um eine Krise. Was die Stimmung beim FCS eher drückt, ist die relativ schwache Leistung der Vorwochen. Gegen Neckarelz gelang ein ungefährdeter Sieg, die Mannschaft zeigte sich aber leider nicht konsequent genug, ließ das Spiel in der zweiten Hälfte abflachen und enttäuschte so viele Zuschauer. Zuvor in Trier gewann man dank durchsetzungskräftigen Schlussminuten hoch emotional mit 3:2, zeigte sich aber zuvor ebenfalls bereits erschreckend schwach. Trier hätte das Spiel längst für sich entscheiden müssen, Chancen hatten die Moselaner in Hülle und Fülle.

Von einer Krise beim FCS zu sprechen, hat also durchaus ein Stück weit seine Berechtigung. Um nun alles in Frage zu stellen, ist es aber definitiv zu früh. Panisch von Mittelmaß zu sprechen, bezeugt von wenig Sachverstand. Der 1. FC Saarbrücken gehört mindestens zu den vier Topvereinen dieser Liga. Die Spitze ist im Vergleich zum Vorjahr breiter geworden. Das bedeutet auch, dass kein Verein frühzeitig davonziehen wird, wie es Offenbach im Vorjahr gelang. Der FCS ist drei Punkte hinter der Spitze, ein Abstand, der schon nach einem einzigen Spiel wieder hinfällig sein kann. Die Mannschaft hat sich unter Falko Götz merklich weiterentwickelt, muss derzeit leider mit gravierenden Spielerausfällen leben. Marco Meyerhöfer ist rechts in der Viererkette unersetzlich, ebenso wie der seit Wochen überragende Abwehrchef Peter Chrappan. Glücklicherweise ist er nun wieder mit dabei, Meyerhöfer jedoch fehlt noch das gesamte restliche Jahr.

Es ist eigentlich ganz einfach: Besiegt der FCS am morgigen Freitag die U23 des FCK überzeugend, ist alles in Butter. Dann verkriechen sich die Kritiker wieder und Falko Götz kann mit seiner Mannschaft beruhigt arbeiten. Sollte es nichts werden mit einem Sieg, ist der Aufstiegszug natürlich noch längst nicht abgefahren. Aber es werden sich eine Menge Unruhestifter der Lok in den Weg werfen. Die Krise wäre allgegenwärtig.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Frank sagt:

    Wußte gar nicht dass Saarbrücken nur zwei Spiele für die 26 Punkte benötigte 😉 (sowohl langfristig (26 Punkte aus zwei Spielen)

    1. Lukas sagt:

      das sind die berühmten 13-Punkte-Spiele 😉

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