Die Krise verschärft sich

am

Begegnung: Bahlinger SC – 1. FC Saarbrücken

Ergebnis: 2:2

Zuschauer: 2000

Das Wort zum Spieltag:

Der 1. FC Saarbrücken spielt sich immer tiefer in eine sportliche Krise hinein. Wieder gelingt kein Sieg, wieder müssen wichtige Punkte im Kampf um die Relegationsränge abgegeben werden. Beim Tabellenvorletzten aus Bahlingen, der im bisherigen Saisonverlauf ganze acht Punkte einsammeln konnte, reichte es für den haushohen Favoriten nur zu einem Unentschieden. Pomadig, ideenlos und statisch präsentierte sich der FCS einmal mehr und muss die Konkurrenten aus Mannheim und Elversberg in der Tabelle ziehen lassen. Seit Wochen zieht sich das Saarbrücker Formtief nun schon, aus den letzten drei Partien konnten mickrige zwei Punkte geholt werden. Viel zu wenig für die eigenen Ansprüche, viel zu wenig für die hohen Erwartungen im Umfeld. So kann und darf es nicht weitergehen.

Auf den FCS warten unruhige Wochen. Trainer Falko Götz zeigt sich uneinsichtig, Schuldeingeständnisse sucht man vergebens. Die Spieler wirken ratlos, müssen sich den Vorwurf der Arroganz gefallen lassen. Zu uninspiriert wirkt das eigene Spiel, gegen vermeidlich schwächere Gegner wie Bahlingen (in der Regionalliga reichlich zu finden), wird selten bis nie eine über 90 Minuten überzeugende Leistung abgerufen. Wenn es dann einmal spielerisch stimmt, wird das Tor nicht getroffen. Es hakt an vielen Ecken und Enden.

Zu der beinahe schon chronischen Ungefährlichkeit vor des Gegners Tor hat sich in den letzten Wochen eine alarmierende Defensivschwäche gesellt. Die in den Partien zu Saisonbeginn so sicheren Alexander Hahn und Peter Chrappan haben ihre Viererkette nicht mehr im Griff, auch der sonst so sichere Torhüter David Hohs patzte zuletzt. Dass mit Marco Meyerhöfer ein enorm wichtiger Spieler der Defensive fehlt, darf keine Ausrede sein. Zu gut ist der Kader besetzt. Zudem gab man vor Saisonbeginn ohne Not den etatmäßigen Rechtsverteidiger Timo Kunert ab. Er würde dem Team derzeit gut zu Gesicht stehen.

Ein Problem ist auch die fragwürdige Nibelungentreue des Trainers gegenüber den von ihm verpflichteten Neuzugängen. Solomon Okoronkwo zeigte sich bisher vor allem lauffaul und uneffizient, trotz seiner fünf Tore. Er wirkte vor allem in den Anfangswochen wie ein völliger Fremdkörper in der Mannschaft. Kaschiert wurde das von Matthew Taylor, der in der Rolle als hängende und äußerst variable Spitze aufblühte. Diese Konstellation wurde von einer Verletzung Taylors gestoppt. Seitdem wirkt der Oldie weniger spritzig und wird von Götz regelmäßig als alleinige Spitze aufgestellt. Eine Position, die ihn schon in der vergangenen Saison oft auf verlorenem Posten stehen ließ. Ähnlich liegen die Dinge bei Linksaußen Filip Luksik. Dass der keine Offensivkraft ist, zeigte er im bisherigen Saisonverlauf deutlich. Trotzdem wurde er immer wieder auf der offensiven Position eingesetzt. Obwohl mit Dominik Rohracker, stellenweise Marius Willsch und David Puclin eigentlich genügend adäquate Alternativen zur Verfügung stehen, hielt Falko Götz an seiner Verpflichtung fest. Vor allem seit der Genesung Mounir Chaftars lahmt nun das Offensivspiel. Sowohl er als auch Luksik sind technisch beschlagen, ihnen fehlt es aber an Tempo. So wirkt das FCS-Flügelspiel über die linke Seite regelmäßig statisch und uninspiriert. Und rechts fehlt der Schwung von Meyerhöfer.

Weil nun auch die Flügel regelmäßig lahmen, lastet der komplette Druck auf Spielmacher Sven Sökler. Das überfordert den eigentlich unersetzlichen Gestalter im FCS-Trikot, er wirkt oft genug ratlos und wird gezwungen, Pässe zu spielen, deren Erfolgsaussichten äußerst gering sind. Seine zentralen Mitspieler Jan Fießer oder Lukas Kiefer sind vor allem auf die Defensive spezialisiert und keine Unterstützung in Sachen Offensive. So kann kein Druck aus dem Spielfeldzentrum aufgebaut werden.

Die Probleme sind nicht neu. Auch in der vergangenen Saison waren sie ähnlich gelagert. Damals behalf man sich mit hohen Bällen, die sind nun unter Falko Götz verpöhnt. Also lahmt das Spiel, der Ball wird ohne Raumgewinn quer über das Feld geschoben und individuelle Fehler laden den Gegner zu Kontern ein. Erfolgsversprechend ist das nicht. Um den Anschluss an die Spitze zu halten, muss das Trainerteam also zwingend und schnell an den notwendigen Stellschrauben drehen.

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