Zum Abschied ein Fanturnier

Anfang Dezember des vergangenen Jahres hat der 1. FC Saarbrücken zum vorerst letzten Mal im altehrwürdigen Ludwigsparkstadion gespielt. Vor wenigen Tagen war offiziell Baubeginn der Umbaumaßnahmen am Stadion und für die kommenden zweieinhalb Jahre muss sich der FCS eine Ausweichspielstätte suchen. Dass dabei die Zeit knapp wird, während in Sachen Umbau Kosten und Zeitdauer in die Höhe schießen, wurde in den vergangenen Tagen ausführlich diskutiert.

Aus dem Blickfeld gerät da eine ominöse Ankündigung seitens des FCS. Vor dem letzten Heimspiel im Park, das am 05. Dezember 2015 gegen Steinbach stattfand, gab es harsche Kritik am Verein. Dieser würde nichts tun, um sein geschichtsträchtiges Stadion zu verabschieden. Die Kritik war berechtigt, und offensichtlich traf sie einen wunden Punkt. Von Vereinsseite wurde nämlich im Anschluss hastig eine Kollektion zum Parkabschied im Fanshop angeboten, außerdem kündigte der Geschäftsführer in Sachen Sport Milan Sasic ein vom FCS organisiertes Fanturnier auf dem Rasen des Stadions an. Zunächst mal klang das nach einer tollen Idee.

Doch schon damals gab es berechtigte Zweifel. Sollte besagtes Fanturnier kurzfristig und damit in den Wintermonaten bei niedrigen Temperaturen und schlechtem Wetter stattfinden? Hätte die Planung nicht schon früher beginnen und das Turnier dementsprechend zu einem günstigeren Zeitpunkt stattfinden können? Wann und bei wem kann man ein Team anmelden? Und ist ein solches Turnier zeitlich vor Beginn des Umbaus überhaupt zu stemmen?

All diese Fragen liefen ins Leere. Der Bau hat begonnen, ein Fanturnier ist nur noch schwerlich möglich. Der Verein hat mal wieder eine Chance, eine Brücke zu seinen Anhängern zu bauen, kläglich vergeben. Höchstwahrscheinlich wird das angekündigte Fanturnier nicht stattfinden, es wird im Sande verlaufen wie schon so viele Ankündigungen vor ihm. Beim 1. FC Saarbrücken hält man es anscheinend für eine angebrachte und vielversprechende Vorgehensweise, seine Mitglieder und Fans mit leeren Versprechungen bei der Stange zu halten.

Dabei wäre ein solches Fanturnier wirklich eine tolle Möglichkeit gewesen, den Ludwigspark zu verabschieden und den Fans ein gutes Gefühl in der Winterpause zu geben. Man hätte wunderbar einige Gegenstände aus dem Stadion zu Preisen machen können, beispielsweise für den Torschützen des allerletzten Tors im Ludwigspark. Die Chance wurde vertan, stattdessen steht da nur ein weiteres trauriges Paradebeispiel für die verfehlte Vereinspolitik beim FCS.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. romanburg sagt:

    Hallo Lukas, wie immer ein guter Beitrag, wenn auch traurig.  MfG Roman Burg aus Kaiserslauten

    Von Samsung Mobile gesendet

    1. Lukas sagt:

      Ich wäre auch froh, ich könnte öfter mal weniger traurig über den FCS berichten. 😉

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