Wohin der Weg uns führt

De Buub ist ratlos. Seit schier ewigen Wochen schon, fast zwei Monate sind es nun, war er nicht mehr im Stadion. Kurz vor Weihnachten war es, als sein Vater ihn zum allerersten Mal mitholte. „Zum Eff Zeeh“, hat er gesagt. De Buub war Feuer und Flamme. Er hatte schon so viel von besagtem Eff Zeeh gehört, das musste doch was Tolles sein. De Buub spielte schon immer gerne Fußball, und jetzt sah er auch den Großen dabei zu. De Buub wollte unbedingt öfter in den Ludwigspark.

Leider war besagtes Spiel gegen Steinbach das letzte Spiel, das im Ludwigspark stattfinden sollte. Sein Vater hatte es dem Buub auf der Rückfahrt nach Hause erklärt. Dort solle ein neues Stadion entstehen, ein neuer Ludwigspark. Alles würde kleiner, aber auch moderner und angenehmer für die Zuschauer. Die Klos wären dann nicht mehr so eklig. Die Klos hatten de Buub wirklich ziemlich angewidert. Aber deshalb extra alles neu machen? Das verstand er nicht so recht. Es war doch wirklich schön dort.

Sein Vater erklärte ihm auch, der Eff Zeeh müsse nun umziehen. Für eine unbestimmte Zeit bräuchte man ein Ausweichstadion, weil im Ludwigspark nun ja umgebaut würde. De Buub überlegte fieberhaft. Mit seiner Schulklasse ging er für die jährlichen Sportfeste immer ins Stadion am Kieselhumes. Wäre das nicht ein guter Ausweichort? Auf seinen Vorschlag hin lacht der Vater allerdings. Das ginge nicht, dort würden Anwohner ständig wegen Lärmbelästigung klagen, außerdem könne man da keine Fans trennen und genügend Sitzplätze stünden auch nicht zur Verfügung.

Stattdessen gingen die Diskussionen zwischen Elversberg und Pirmasens hin und her. De Buub war erstaunt. Pirmasens, das hatte er ja noch nie gehört. Doch, einmal tatsächlich, aber das war in der Schule. Da ging es nicht um Fußball. Auf jeden Fall ist Pirmasens ganz schön weit weg.Die Weihnachtszeit kam und de Buub verlor das Ludwigsparkstadion und dessen Umbau ein wenig aus den Augen.

Doch kaum ist es Januar, kehrt die Frage zurück: Wo um Himmels Willen spielt der FCS demnächst? Langsam wird de Buub nervös. Vom Verein kann ihm niemand etwas sagen. Sein Vater kann es ihm auch nicht erklären. In der Schule wird er ausgelacht, als er mit blau-schwarzem Fanschal in den Unterricht kommt. „Ihr habt ja noch nicht mal ein Stadion!“

Die Wochen ziehen sich und weiterhin ist keine Lösung in Sicht. Neunkirchen wird diskutiert, dann rückt Völklingen in den Fokus. Völklingen? Da hat de Buub mal bei einem Jugendturnier gespielt. Er fand, da sah es nicht besser aus als auf dem Kieselhumes. Aber er hat ja auch keine Ahnung von sowas. Er ist da zu klein für, das hat zumindest ein kleiner, korpulenter Mann mit komischem Akzent zu ihm gesagt, als de Buub ihn bei einem Testspiel des FCS ansprach. Das war wohl irgendein Offizieller. De Buub ist jetzt ein richtiger Fan. Doch langsam muss er sich Gedanken machen. Wie soll das nur weitergehen? Was hat man von einem Lieblingsverein, der noch nicht mal ein Stadion findet?

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