Aufholjagd beendet

Der 1. FC Saarbrücken hat das erste Spiel des Jahres in Worms verdient mit 2:1 gegen die dort beheimatete Wormatia verloren. Nach sieben Wochen Vorbereitung, einer fast dreimonatigen Winterpause und vielen guten Vorsätzen enttäuschte das Team auf ganzer Linie, blieb vor allem spielerisch beinahe alles schuldig und offenbahrte gegen schnelle und gewitzte Wormser Angriffe defensive Mängel. Damit ist der Abstand zu den anvisierten Relegationsplätzen schon nach nur einem Spiel im Jahr 2016 fast uneinholbar geworden.

Aufholjagd, Siegesserie, dominanter Fußball. Ankündigungen bekamen die Fans des 1. FC Saarbrücken in den vergangenen Wochen so einige zu hören. Im kostspieligen Trainingslager in Belek wurde im dritten Jahr hintereinander gescherzt, gelacht und nach eigenen Aussagen „hart gearbeitet“. Im dritten Jahr hintereinander allerdings folgte dann der Kaltstart im ersten Ligaspiel. Unvorbereitet wirkte die Mannschaft, plan- und ideenlos. Spielzüge fanden über 90 Minuten quasi nicht statt, nur dreimal schoss der FCS ernsthaft aufs Tor. Beim ersten Mal scheiterte Stürmer Matthew Taylor am Wormser Torhüter Paterok. Auch den zweiten Versuch, ein Schuss aus 16 Metern von Alexandre Mendy, konnte Paterok über die Latte lenken. Der dritte Saarbrücker Torschuss, eine Bogenlampe von Kapitän Jan Fießer, landete schließlich im Netz. Dabei blieb es dann aber auch. Viel zu wenig an offensiver Durchschlagskraft für einen Aufstiegsaspiranten, auch weil es spielerisch nicht gelang, die Wormser Defensive durcheinander zu bringen.

Auf der anderen Seite sah das ganz anders aus. Einfache, nach vorne gechippte Bälle reichten aus, um die FCS-Innenverteidigung ein ums andere Mal ganz alt aussehen zu lassen. Vor dem Führungstreffer der Wormser hatte sich Daniel Döringer nach dilettantischem Zweikampfverhalten ausspielen lassen, Torhüter David Hohs musste raus und verursachte etwas ungeschickt einen Elfmeter für die Gastgeber. Das zweite Tor entsprang einer Freistoßvariante, von der Saarbrücken scheinbar völlig überrascht war. Wieder kam David Hohs raus, diesmal wurde er überlupft. 2:0.

Mit nun sieben Punkten Rückstand auf den Zweitplatzierten in der Tabelle aus Elversberg, zudem noch mit einem Spiel mehr auf dem Konto, muss der FCS mit einem weiteren Jahr Regionalliga planen. Der Abstand wird wohl nicht mehr aufzuholen sein, selbst bei einer Schwächephase der SVE müsste der FCS für eine realistische Chance alle verbliebenen Spiele gewinnen. Daran ist nach dem gestrigen Auftritt nicht zu glauben. Damit steht im Sommer auch der nächste sportliche Umbruch bevor. Falko Götz wird den Verein wohl verlassen, der Kader muss radikal verjüngt werden, Sportvorstand Milan Sasic ist weiterhin vielen Anhängern ein Dorn im Auge. Dass sich Vereinspräsident Hartmut Ostermann allerdings von ihm trennt, ist zum jetzigen Zeitpunkt unrealistisch. Positive Voraussetzungen sind das jedenfalls nicht für die kommenden Wochen.

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