Dilemma komplett

Falko Götz und der 1. FC Saarbrücken haben sich „in beiderseitigem Einvernehmen“ getrennt. Nach der peinlichen Auswärtsniederlage in Worms am vergangenen Montag traute man der Zusammenarbeit offensichtlich kein positives Ende mehr zu. Das ist schade für beide Seiten. Vor allem aber der 1. FC Saarbrücken legt gleich zu Beginn des Jahres 2016 einen neuerlichen traurigen Tiefpunkt in seiner seit Jahren andauernden Talfahrt hin. 

Vor acht Monaten war es eine Meldung, die Euphorie versprühte: Der FCS hat Falko Götz als neuen Cheftrainer für die anstehende Regionalligasaison verpflichtet. Die Zielsetzung war nach dem denkbar knapp verpassten Aufstieg klar: Es sollte hochgehen in Liga drei. Damit wäre auch Hartmut Ostermanns Zwei-Jahres-Plan, den er 2014 verkündet hatte, tatsächlich erfüllt. Doch wie das eben so ist mit Zeitplänen des langjährigen FCS-Präsidenten: Sie scheitern in aller Regel.

Schon nach der Hinrunde war eigentlich allen klar, dass der FCS es schwer haben würde, noch einmal ernsthaft oben anzugreifen. Vor Weihnachten kam der neuerliche Punktverlust in Freiburg bei einem im unteren Mittelfeld der Liga angesiedelten Verein noch erschwerend zur schlechten Ausgangslage hinzu. Zuvor war man bereits in Walldorf untergegangen, in Bahlingen nicht über ein Unentschieden hinausgekommen und in Wiesbach zum wiederholten Male frühzeitig aus dem Saarlandpokal geflogen. Die schwache Leistung in Worms nun vor wenigen Tagen und die daraus resultierende Niederlage beendeten endgültig alle Träume vom Aufstieg.

Zwar konnte Falko Götz zu Beginn seiner Amtszeit mit ansehnlichem Fußball überzeugen, doch schon nach wenigen Wochen knirschte es im Mannschaftsgefüge. Verschiedene Profis bemängelten gegenüber Fans, dass den beiden von Götz verpflichteten Solomon Okoronkwo und Filip Luksik Privilegien eingeräumt wurden. „Trainers Liebling“ Luksik war trotz anhaltend schwacher Leistungen die ganze Amtszeit Götz‘ über in der Stammelf gesetzt. Okoronkwo stolperte sich ebenfalls in den meisten Spielen ohne Orientierung durch die Offensive und versprühte dort alles, aber keine Gefahr. So kommt es nicht überraschend, dass seit Tagen Putschgerüchte der Mannschaft gegenüber ihrem Trainer in Umlauf sind. Das Verhältnis war jedenfalls schon seit längerem angeknackst.

Götz muss nun mit einem weiteren Makel seiner Trainerkarriere leben, mit einem teuren Kader konnte er in der Regionalliga nicht mit den Spitzenmannschaften aus Elversberg, Mannheim und Trier mithalten. Zuvor war er bereits in Aue gescheitert. Der FCS auf der anderen Seite steckt in einem Dilemma. Der Trainer ist nun weg, die Mannschaft hat keine Perspektive für die Zukunft und sportlich gesehen ist die Saison trotz noch dreizehn ausstehender Spiele fast schon beendet. Es wird schwierig werden, im Ausweichstadion in Völklingen noch eine anständige Kulisse zu generieren. Zu enttäuscht sind die Fans von ihrer Mannschaft. Der überalterte Kader schluckt eine Menge Geld, zeigt aber im Gegenzug nicht die geforderten Leistungen. Patrick Zoundi gibt mittlerweile mehr oder weniger offen zu, seinen Vertrag lediglich absitzen zu wollen. Im Sommer winkt das Karriereende. Ähnlich sieht es bei Matthew Taylor und Felix Luz aus. Luz kommt seit mittlerweile einem Jahr nicht mehr auf den notwendigen Fitnessstand, Taylor machte in Worms ebenfalls nicht den spritzigsten Eindruck. Auch er hat im Sommer den sportlichen Ruhestand und die Rückkehr in seine kalifornische Heimat vor Augen.

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