Offener Brief an den Präsidenten des 1. FC Saarbrücken e.V.

Sehr geehrter Hartmut Ostermann,

Sie sind Präsident des 1. FC Saarbrücken, Ihre Unternehmensgruppe Victor’s ist Hauptsponsor des Vereins. Sie haben in den vergangenen Jahren enorm viel in den FCS investiert und damit viele Grundsteine gelegt. Leider wurde das Fundament im Bauplan bisher außer Acht gelassen, stattdessen investierte man das Geld in hübsche Dachziegel. Dieses Bild hat die Saarbrücker Zeitung vor Kurzem entworfen, ich möchte es an dieser Stelle aufgreifen.

Ich bin mir absolut sicher, dass die derzeitige Geldpolitik beim FCS nicht in Ihrem Sinne ist. Sie sind die Leitfigur eines Vereins, eines Vereins mit einer Vielzahl von Mitgliedern. In dieser Funktion werden Sie wie alle anderen Mitglieder nur das Beste für diesen Verein wollen. Derzeit sieht aber alles so aus, als ob Ihr und unser Verein die Intensivstation mit dem Namen Regionalliga erst einmal nicht wird verlassen können. Das setzt dem Verein sehr zu. In den vergangenen Jahren haben eine Menge Mitglieder ihrem Verein bereits den Rücken gekehrt, weil sie enttäuscht waren von fehlendem Fortschritt, von lähmendem Stillstand, von sportlichen Misserfolgen und Streitigkeiten im Umfeld. Schon aus dem Begriff Verein geht hervor, welche Auswirkungen der Verlust von zahlreichen Mitgliedern und anderen Fans bedeuten kann. Ein Verein ist eine Vereinigung vieler Menschen mit einem ähnlichen Interesse. Dieses Interesse ist in diesem Fall blau-schwarzer Fußball mit größtmöglichem Erfolg, eine schöne Zeit im Stadion und gemeinschaftlicher Zusammenhalt.

Sie, Herr Ostermann, mussten in den vergangenen Jahren viel Kritik über sich ergehen lassen. Oft schoss diese Kritik merklich über die Grenze des guten Geschmacks hinaus. Bei allem Unmut gilt es immer, den gegenseitigen Respekt und einen humanen Umgang miteinander zu wahren. Die vergangene Mitgliederversammlung war von vielen Seiten ein trauriger Beleg für das, was im Umgang miteinander beim FCS alles schiefläuft.

Trotzdem und gerade, um in Zukunft solche Possen wie die im vergangenen Dezember abgehaltene Mitgliederversammlung zu vermeiden, müssen Sie sich als Vereinspräsident der an Sie herangetragenen Kritik stellen. Sie müssen selbst zugestehen, dass in den hinter uns liegenden Jahren nur wenig zusammenpasste, vor allem auf sportlicher Ebene. Nur Geld alleine reicht im Fußball nicht, deshalb lieben wir diesen Sport. Gerade deshalb ist es ein Fehler, Unmut und Protest einfach aussitzen zu wollen. Das haben Sie in der Vergangenheit häufiger getan und es ist nicht zielführend. Zwar verebbt die öffentliche Kritik meist recht schnell, der Unmut aber schwelt weiter. Als Präsident des 1. FC Saarbrücken sollten Sie Führungsstärke zeigen und vorangehen.

Die Stadionfrage war ein Paradebeispiel. Wochenlang existierten keine offiziellen Äußerungen von Vereinsseite, obwohl alle Vereinsmitglieder in einer solch ungewissen Situation ein Recht auf Information haben. Und nun kommen wir zum Hauptthema dieses Briefs: Die Rolle Milan Sasics ist ein weiteres Paradebeispiel. Milan Sasic ist der Mehrzahl der Vereinsmitglieder und -Fans seit Jahren ein Dorn im Auge. Das Versteckspiel um seine Position beim FCS tat da sein Übriges. Nun, ungefähr zwei Jahre nach Sasics Ausscheiden aus der Trainerposition, muss man ganz neutral anerkennen: Milan Sasic ist beim FCS krachend gescheitert. Als Trainer besiegelte er den Abstieg. Als Sportdirektor ist er am von Ihnen ausgerufenen Zwei-Jahres-Plan zur Rückkehr in die dritte Liga gescheitert. Da dieser Zwei-Jahres-Plan im Laufe der Zeit zu zwei Ein-Jahres-Plänen umfunktioniert wurde, ist er sogar zweimal am Wiederaufstieg gescheitert.

Misserfolg, Unruhe im Verein, Unbeliebtheit im Umfeld. Milan Sasic ist beim 1. FC Saarbrücken nicht mehr länger tragbar. Personalentscheidungen treffen sich nie leicht. In der aktuellen Situation aber muss eine solche getroffen werden. Zeigen Sie Führungsstärke, beenden Sie das Missverständnis zwischen Milan Sasic und dem FCS. Sasic wird unter den Vereinsmitgliedern auch in Zukunft keinen Kredit hinzugewinnen können. Das zeigen seine kruden Äußerungen in der Öffentlichkeit, in der er die Schuld bei einem ominösen Manipulator sucht. All seinen Kritikern die Fähigkeit abzusprechen, eine solche Manipulation zu erkennen, ist kein Weg aus der Krise. Milan Sasic ist gescheitert, und da er selbst das derzeit wohl nicht eingestehen möchte oder kann, sind Sie nun gefragt. Für eine bessere Zukunft. Für einen Neuanfang, der diesen Namen verdient.

Mit freundlichen Grüßen

Lukas Waschbüsch
Blau-Schwarzer Blog
Vereinsmitglied

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Spirit sagt:

    Lieber Lukas,
    so sehr ich dich schätze, aber in der Beurteilung von MS als SD liegst Du komplett falsch, denn er hat seine Aufgabe gut erfüllt. Er hat den Trainer geholt, den alle wollten. Er hat diesem die Spieler geholt, die er wollte. Darüber hinaus gute Talente (Willsch, Kiefer, Schäfer, Hahn, Meyerhöfer, Döringer), unbekannte Spieler mit Qualität (Puclin, Wegner, Sauter) und erfahrene Spieler die Verantwortung übernehmen (Chrappan, Sökler, Fießer, Mendy) verpflichtet und gehalten. Das der Trainer Götz es nicht schaffte ein Team zu formen, das brennt – vergl. Trier – ist nicht seine Schuld. Dafür hat Götz zu Recht die Verantwortung übernommen. Man sieht daran, was ein Nobody wie Tai erreichen kann, was möglich gewesen wäre, hätte Götz mehr Teamgeist erzeugt. Und letzten Endes ist vieles einfach nicht plan- oder vorhersehbar. Oft sind es dann auch kleinen Dinge (Elfer und Fehlentscheidung gegen Würzburg), die nicht beinflussbar sind und doch alles verändern. Dann hilft meistens Kontinuität. Wir sind immer noch der beste Verein, der in der Relegation gescheitert ist. Und wir können den FCS unterstützen oder zusammen mit den Besoffenen „Sasic raus“ rufen und mobben, was auch bei den Spielern sehr schlecht ankommt. Fair geht vor – auch für mich als Fan.

    1. Lukas sagt:

      Naja, man sollte auch nicht alles durch die rosarote Brille betrachten. Christian Sauter hat sein Talent viel zu selten gezeigt, Kiefer und Döringer sind im bisherigen Saisonverlauf gerade wegen ihrer Veranlagungen Enttäuschungen. Falko Götz ist gescheitert, aber er trägt nicht die alleinige Schuld am derzeit unbefriedigenden Tabellenplatz. Ich will im Übrigen gar nicht Milan Sasics Tätigkeit als Sportdirektor bewerten, natürlich hat er in der letzten Saison einen guten Kader zusammengestellt, der nur denkbar knapp gescheitert ist. Aber dieser Kader verschlingt nun einmal auch für die Regionalliga eigentlich nicht tragbare Summen und ist mit einigen Enttäuschungen aufgefüllt. Der Großverdiener Patrick Zoundi beispielsweise ist das Musterbeispiel eines Fehleinkaufs. Auch Christian Sauter muss mittlerweile in diese Kategorie gerechnet werden.
      Aber nochmal: Milan Sasics Arbeit ist gar nicht die Hauptproblematik. Wie schon des Öfteren erwähnt, ist es die unwürdige Art und Weise, wie er zunächst einmal ins Amt gekommen ist. Da ist völlig klar, dass Sasic nicht den geringsten Kredit im Umfeld genießt. Hinzu kommt dann seine oftmals arrogante Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit und die fehlende Fähigkeit der Selbstkritik, die mir und vielen anderen übel aufstößt. Sasic verkörpert etwas, das für viele nicht zu ihrem FCS passt. Der FCS braucht Ruhe, und diese Ruhe ist mit Milan Sasic in einer solch wichtigen Position im Verein auch auf lange Zeit gesehen nicht möglich. Deshalb ist er eigentlich nicht mehr tragbar, ob er nun vielversprechende Talente verpflichtet hat oder nicht.

      1. Spirit sagt:

        Ich bin ganz bei Dir, daß wir Ruhe brauchen. Aber mal ehrlich, wann hatten wir die denn einmal? Nach dem Luginger Mobbing folgte das Sasic Mobbing, Kilic Mobbing, Kern Mobbing, … gepaart mit permanenten Bashing gegen HO: „Gib uns dein Geld und verpiss dich als Präsident“ – das ganze wurde noch wirkungsvoll von Selbstdarstellern und Intriganten a la Claude Burgard, immerhin mit einem gewissen Verkaufstalent, oder auch manchen Reporter beim SR (Grundhever, der sich nicht zu schade ist einen besoffenen Rouge stellvertretend für uns Fans zu zeigen, da kam die Kotze hoch) medial in Szene gesetzt. Passend dazu die polemisierende „Opposition“ namens UnserFC. Die Ruhe, die wir beide uns wünschen, hat mit Sasic nur mittelbar zu tun. Er ist das Ziel der Attacken, allerdings nicht der Grund, genauso bei Kern, HO, Weller. Wir müssen zuerst die intriganten Selbstdarsteller wie z.B. Burgard vom Hof jagen. Und wir müssen unser Verhältnis zur VE klären. Es kann nicht sein, dass der Verein von der Kurve in Geiselhaft genommen wird, nur um alte Rechnungen zu begleichen. Dann ist bei mir auch Ende mit den Zugeständnissen, denn von dort kommt die eigentliche Unruhe und ein Einlenken zum Wohle des Vereins ist nicht erkennbar.

      2. Lukas sagt:

        Ruhe erzeugt man nur mit sportlichem Erfolg. Den hatten wir unter Ostermann eigentlich zu keinem Zeitpunkt, folglich ist seit seinem Einstieg auch keine Ruhe mehr in den Verein gekehrt. Eine Entlassung Sasics und eine folgende Installation eines anerkannten Fachmanns und Vereinskenners würde nicht automatisch für Ruhe sorgen, wäre aber ein Zeichen dafür, dass Ostermann aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Es hätte vor allem Symbolkraft. Ein Sportdirektor, der die genannten Eigenschaften mitbringt, bekäme dann auch vom Umfeld eher die Chance, langfristig etwas aufzubauen, als Milan Sasic. Das Bashing von Florian Kern kann ich im Übrigen absolut nicht nachvollziehen. Grundhever ist neben seiner Tätigkeit als Journalist auch Fan des FCS und vermischt beide Bereiche mitunter. Den Auftritt Rouges in voller Länge zu zeigen, war grenzwertig. Einerseits muss man ihm zugute halten, wirklich am FCS zu hängen und etwas verändern zu wollen, andererseits hat er in der Situation seinen Aufgabenbereich als objektiver Berichterstatter sicherlich überschritten.

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