Abgehängt

am

Es ist ein sonniger Sonntagnachmittag, im badischen Spielberg steigt ein Regionalligaspiel zwischen dem großen 1. FC Saarbrücken, in die Saison gestartet mit dem klaren Ziel, den Aufstieg in die dritte Liga klar zu machen, und dem SV Spielberg, Liganeuling und Kandidat für den Abstieg. In sämtlichen relevanten Bereichen liegen zwischen beiden Vereinen Welten. Es heißt gutverdienende Profis gegen in ihrer Freizeit kickende Amateure. Am Ende steht ein mageres 0:0, die Mannschaften teilen die Punkte. In Spielberg darf man stolz auf sich sein. Beim 1. FC Saarbrücken dagegen flüchtet man sich in Ausreden und schielt offiziell weiter nach oben. Dabei ist der Aufstiegszug nicht erst seit dem vergangenen Sonntag abgefahren.

Der FCS hat in dieser Saison nur selten überzeugt. Zu Beginn der Saison sah man unter Falko Götz einen fußballerischen Fortschritt im Vergleich zur Vorsaison. Doch das war schon sehr bald Geschichte. Beim Aufstiegskandidaten Trier gewann man im September äußerst glücklich, überzeugen konnte man da schon nicht mehr. Das ist nun viereinhalb Monate her, gebessert hat sich nichts. Falko Götz gehört der Vergangenheit an, genau wie die Chance auf den Aufstieg. Den riesigen Vorsprung von Mannheim, Elversberg und Trier noch aufzuholen, ist bereits rechnerisch nur noch schwer vorstellbar. Die Leistungen der Mannschaft lassen dann auch die Träume der größten Optimisten zerplatzen.

Eine peinliche Niederlage in Walldorf, zwei Unentschieden bei den Dorfvereinen aus Bahlingen und Spielberg, nur zwei Punkte aus zwei Spielen gegen die Freiburger Amateure. Der Fehlstart in die Rückrunde in Worms. Der FCS blamiert sich in aller Regelmäßigkeit auf den Dörfern des Südwestens. Die Spieler wehren sich zwar gegen Altersvorwürfe, bestätigen diese aber regelmäßig auf dem Platz. Das Team ist nicht in der Lage, den von den Gegnern angemischten defensiven Beton zu durchspielen. Kreativität sucht man vergebens, im Offensivspiel herrscht viel zu wenig Bewegung ohne Ball, um überraschende Momente zu kreieren. Chancen entstehen zwar trotzdem, die werden dann aber oft fast schon kläglich vergeben. So war es in Worms, so war es gegen Pirmasens, so war es in Spielberg. So war es bereits in der gesamten Hinrunde. Einzige Veränderung: In der Rückrunde sind die eigenen Chancen weniger und die Löcher in der Abwehr häufiger geworden. Selbst in Spielberg hätte man gut und gerne auch verlieren können.

Beim FCS gibt es eine seit Jahren eine Konstante: Die große Kluft zwischen Anspruch und Realität. Der Verein wirkt in der Öffentlichkeit handlungsunfähig, die Mannschaft satt, der Trainer hilflos. Sportvorstand Milan Sasic ignoriert stoisch all die an ihn herangetragene Kritik, versucht sich stattdessen als Verschwörungstheoretiker. Bei der Aussage, die Fans seien manipuliert und im Verein wisse man auch, von wem, muss man sich an den Kopf fassen. Mit solcherlei Äußerungen schafft es die Vereinsführung in Windeseile, auch die Mehrheit der derzeit noch ins Stadion pilgernden 2500 Zuschauer bald zu vergraulen. Hinzu kommt die traurige sportliche Perspektive, die trostlose Leistung auf dem Platz und ganz generell die ungewisse Zukunft. Nur eins ist klar: Besser wird es in der derzeitigen Konstellation auf der Führungsebene wie auf dem Platz nicht.

Was denkst Du? Lass es uns wissen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.