Endlich wieder Jubeln

Der 1. FC Saarbrücken kann doch noch überzeugen. Nachdem daran viele nach erschreckend schwachen Leistungen im Jahr 2016 schon den Glauben verloren hatten, konnte die Mannschaft ausgerechnet gegen den lokalen Rivalen aus Elversberg verdient mit 2:0 gewinnen. Erstmals erkannte man dabei auch eine Handschrift des neuen Trainers Taifour Diane.

Unter Dianes Vorgänger Falko Götz war Ballbesitz die Essenz des eigenen Systems. Ziel war es, die gegnerischen Mannschaften geduldig auszuspielen und dank überlegener fußballerischer Klasse gelungene Spielzüge zu kreieren. Vor allem in den letzten Spielen seiner Amtszeit allerdings wurde immer deutlicher, dass dieses Spielsystem in Saarbrücken nicht zum Erfolg führen würde. Die Mannschaft konnte zwar Ballbesitz nachweisen, machte aus diesem Ballbesitz aber zu wenig. Einer der Gründe: In der Regionalliga haben eine Mehrheit der Mannschaften nur mit massiver Defensivarbeit überhaupt eine Chance gegen das gut bezahlte Saarbrücker Ensemble. Die Gegner mischten Beton vor dem eigenen Sechzehner an, sodass der FCS den Ball im Mittelfeld zwar munter zirkulieren lassen konnte, in die Nähe des gegnerischen Strafraums aber nur selten kam. Es fehlten Bewegung und Kreativität im Saarbrücker Spiel.Kam man doch einmal durch, nutzten die Stürmer ihre Chancen zu selten.

Nun also sitzt Taifour Diane am Ruder und steuert das Geschehen auf dem Platz. Gegen Pirmasens und in Spielberg war von einer neuen Idee nicht viel zu sehen, es blieb bei dem statischen und erfolglosen Ballbesitzfußball. Nun gegen Elversberg attackierte die Mannschaft früh, stellte effektiv mögliche Anspielstationen zu und verhinderte so Elversberger Kombinationen wirkungsvoll schon in der gegnerischen Hälfte. Ein Sonderlob haben da die beiden Läufer an vorderster Front, Sven Sökler und Kevin Behrens verdient, die mit enormem Einsatz zu überzeugen wussten. Eroberte man den Ball, hieß der Plan schnelles Spiel in die Spitze. So entstand auch der Freistoß in Strafraumnähe, den der FCS in Person von Alexandre Mendy zur Führung nutzen konnte.

Die Frage wird nun sein, ob Taifour Diane auch gegen defensiv eingestellte Mannschaften einen Plan entwickeln kann, der dem FCS zu Erfolg verhilft. Die kommenden Spitzenspiele gegen Mannheim, Trier und später dann Offenbach werden für den FCS zu Chancen, die Misserfolge der jüngsten Vergangenheit wiedergutzumachen. Eine Aufstiegschance jedoch ist auch bei idealem Verlauf der Spitzenspiele nur ein kleines Licht am Horizont. Denn dafür muss der FCS nicht nur auf Kollektivpatzer der Konkurrenz hoffen, es muss ihm auch gelingen, defensive Riegel effektiv zu knacken. Bisher ist ihm das in dieser Saison nur selten gelungen. Schafft Taifour Diane das, was Falko Götz in 21 Spielen nicht zu erreichen vermochte, ist er definitiv eine Alternative für die Saarbrücker Zukunft über die laufende Saison hinaus. Denn auch im kommenden Spieljahr wird man sich sehr wahrscheinlich weiterhin mit mauernden Gegnern auseinandersetzen müssen.

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Spirit sagt:

    Ja, der Sieg tut wirklich gut. Und Tai zeigt Führungsqualität; Mendy auf die 6 war stark. Und mit Sicherheit nicht die Idee von MS, was belegt dass der sich nicht einmischt, obwohl ihm immer genau das unterstellt wird. Sollte ja auch mal Erwähnung finden.
    Es wäre jetzt, nach 3 Spielen ohne Gegentor mit einem kleinen Aufwärtstrend, doch mal an der Zeit den Pakt zwischen Fans+Mannschaft zu erneuern und die Vereinspolitik den gewählten Vertretern zu überlassen. Wir können Ruhe geben oder Unruhe schüren. Was ist zielführender? Oder ist der Shitstorm schon außer Kontrolle? Gibt es noch besonnene Fans oder werden weiter die Fronten in den Social Medien verhärtet? Was kann jeder von uns beitragen?

    1. Lukas sagt:

      Du hast Recht, das ständige Argument, Sasic würde dem Trainer reinreden, hat mich schon zu Kilics Zeiten genervt. Was in sozialen Medien alles rund um den FCS geschrieben und verbreitet wird, stimmt mich ebenfalls oft traurig bis verärgert. Doch das ist ein Problem, dass sich mittlerweile durch alle gesellschaftlich relevanten Themen zieht. Das Internet ist zum Stammtisch für jedermann geworden, inklusive der dazugehörigen Stammtischparolen. Protest im Stadion allerdings steht jedem zu, der unzufrieden ist. Und dass das eine große Gruppe ist, zeigen doch alleine schon die derzeitigen Zuschauerzahlen. Den Jungs aus der Virage Est muss man wirklich zugutehalten, dass sie nun seit mehr als einem Jahr durchhalten und sich auch von vielen Zwischenrufen nicht aus dem Konzept bringen lassen. Sie haben für sich entschieden, dass sich im Verein etwas ändern muss, und treten für diese Entscheidung konsequent ein. Das ist allemal besser, als aus Bequemlichkeit alle drei Wochen die Meinung zu ändern und mit dem Strom zu schwimmen.

      1. Spirit sagt:

        Auch dazu eine kurze Anmerkung. Wenn die VE weiterhin diese Selbstzerstörung fortsetzt, warum soll sie dann noch Privilegien erhalten? Der Verein ist mehr als geduldig mit Ihnen und meinen Respekt haben sie aufgrund des kindischen, sturen und auch schädlichen (Pyro in Worms im Schutz der VE) Verhaltens schon lange nicht mehr. Ich stand 2 Jahre in der 3. Liga vorne in der Kurve und schrie mir die Seel aus dem Leib, um die Spieler zu pushen. Ich bin raus als sie begonnen das Spiel zur Nebensache zu machen und nur noch „Politik“ zu spielen. Sie machen aktiv miese Stimmung und wundern sich dass die Spieler nicht mehr zu Ihnen kommen. Den Verein verändern zu wollen ist das eine, aber dann bitte auch genau dort in den Gremien. Uns Fans den Stadionbesuch zu vergällen kotzt mich und andere an.

      2. Lukas sagt:

        Es fällt gerade nach dem heutigen Spiel schwer, dir zu widersprechen. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich es kindischer finde, alle zwei bis drei Monate laut „Ostermann/Sasic raus“ zu schreien, nach wenigen Wochen aber aus Bequemlichkeit wieder zu verstummen und die Vorgänge brummelnd hinzunehmen. Es muss sich ja niemand an einen Stimmungsboykott halten, Unterstützung muss auch ohne die Ultras möglich sein. Trotzdem ärgerte mich der heutige Boykott, der zeigte, dass Fußball und der Verein eben doch nicht bei jedem an erster Stelle stehen. An sich wäre das kein Fauxpas, würde die eigene Darstellung als treue und unbeirrbar hinter dem Verein stehende Fans nicht in regelmäßigen Abständen so sehr von der Realität abweichen.

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