Werdet wach!

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Beim 1. FC Saarbrücken ist mal wieder ein neuer Tiefpunkt erreicht. Am Mittwoch traten Vizepräsident Florian Kern und die gesamte Fanbetreuung unabhängig voneinander zurück, gegenseitige Schuldzuweisungen mit im Gepäck. Milan Sasics Entlassung schien schon beschlossene Sache, wurde dann doch noch einmal aufgeschoben. Wie schon seit Monaten präsentiert sich der Verein, in dem rein gar nichts vereint geschieht, handlungsunfähig.

Ein Präsidium hat die Aufgabe, den Verein zu führen. Beim FCS ist davon seit Monaten rein gar nichts erkennbar. Präsident Hartmut Ostermann hat sich zurückgezogen, scheint beruflich eingespannt. Schatzmeister Dieter Weller war noch nie für die Vertretung des Vereins nach außen hin verantwortlich und übernimmt diesen Part auch derzeit nicht. Vizepräsident Florian Kern trat am Mittwoch desillusioniert zurück. Was sich in der Stadionfrage über Monate hinweg offenbarte, nämlich, dass der Verein derzeit führungslos durch sportlich unerfolgreiche Ligen dümpelt und damit immer mehr Zuschauer und Fans vergrault, wurde in den vergangenen Tagen noch einmal besonders deutlich.

Nach Informationen der Saarbrücker Zeitung hatte man im Verein am Mittwoch bereits eine Pressemitteilung verfasst, die Milan Sasics Entlassung verkünden sollte. Diese Pressemitteilung wurde nicht verschickt. Stattdessen verkündete man, intern solle in konstruktivem Dialog eine Lösung gefunden werden. Wer an diesem Dialog teilnimmt, ist aber unklar. Ein Vizepräsident ist nicht mehr vorhanden, der Präsident weiterhin nicht greifbar und der Schatzmeister in diesem Zusammenhang ohne die Macht und Expertise, eine Entscheidung zu fällen. Entscheidet also Sportvorstand Milan Sasic selbst über seine Zukunft? Derzeit scheint beim FCS nichts unmöglich.

Auf der vergangenen Mitgleiderversammlung zeigte sich die gesamte beim FCS derzeit herrschende Unkultur. Derzeit arbeitet vor allem die Führungsebene daran, dieses Bild langfristig zu festigen. Der eigentlich als Kontrollgremium vorgesehene Aufsichtsrat wird angeführt von Franz J. Abel, der schon bei seiner Wahl im Jahre 2014 verkündet hatte, in Zukunft nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Seine Motivation dürfte dementsprechend groß sein. Die beiden Aufsichtsratsmitglieder Horst Hinschberger und vor allem Claude Burgard sind im Gremium völlig isoliert und haben folglich keine Chance auf die Wahrung der Kontrollfunktion. Leo Petry und Egon Schmidt kann man eher auf der Linie Abels vermuten, weshalb die beiden im vergangenen Dezember neu hinzugewählten Mitglieder Klein und Palm keine Chance auf großen Einfluss haben.

Zusammenfassend kann man also sagen: Das Präsidium hat offenbar weder Zeit noch Lust für Entscheidungen, der Aufsichtsrat ist fehlbesetzt und deshalb wirkungslos. Ein Zustand, der dem gesamten Verein derzeit mehr schadet als jeder Fanprotest oder die sportlich unbefriedigende Situation. Über kurz oder lang wird der 1. FC Saarbrücken zu Grunde gehen, sollte sich im Führungsbereich nicht schnellstens etwas grundlegend ändern.

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Spirit sagt:

    Kann man genau so stehen lassen. Burgard gehört für mich vom Hof gejagt, er ist einer der schlimmsten Intriganten und agiert im Hintergrund anonym in Foren zum Schaden des FCS. Florian hat mich enttäuscht, denn gekämpft für seine Ideale hat er in meinen Augen nicht. Dazu hätte er auch öffentlich mehr Druck machen dürfen. Führung erlaubt auch Eskalationsstufen. Seine eigene Meinung kann man auch äußern ohne schmutzige Wäsche zu waschen oder andere zu diskreditieren, aber so rein gar nix äußern außer dem inhaltslosen Gestammel im Fanradio und dann enttäuscht alles hinwerfen? Dass Peter Thielges samt Team, sich so für Sasic und gegen Florian positioniert, hat mich total überrascht, zeigt aber auch wie schlecht Florian kommuniziert. Und das Sasic nicht nur der Übeltäter ist, den viele gerne in ihm shen wollen. Auch bezeichnend der Rückzug des Fanprojektes um Rödenbusch. Vollkommen unklar, welche Rolle Florian dabei gespielt hat. Transparenz sieht anders aus.

  2. Carsten sagt:

    Lieber Spirit, in Deiner Einschätzung zu Florian täuscht Du Dich meiner Meinung nach. Florian hat meiner Einschätzung nach für Ideale gekämpft, ist aber am Desinteresse Ostermanns an Führung und an nicht eingehaltenen Absprachen gescheitert. Die PM war da vielsagend.

  3. Lukas sagt:

    Ich denke auch, dass Florian Kern seinen Idealen gefolgt ist. Er ist aber an beide Ämter, die er in den vergangenen Jahren innehatte, zu blauäugig und ein Stück weit naiv rangegangen. Das hängt dann wohl mit der von HO so despektierlich geäußerten „Jugendlichkeit“ zusammen. Ich beneide Florian Kern jedenfalls nicht für die Zeit, die er hinter sich hat.

    1. Carsten sagt:

      In der Lesart ergibt sogar Ostermanns Aussage Sinn: Kern ist zu naiv an das Amt rangegangen. Aber mit der Bewertung stellt sich Ostermann auch ein Bein, wenn man Kern die Aussage abnimmt, dass der Präsident nicht erreichbar war. In welchem Verein gibt es denn das, dass ein Präsident und Hauptsponsor in Krisenzeiten den Kopf einzieht und erst Zusagen macht, aber dann nicht umsetzt? Die Aussage von Ostermann wäre dann: Es war naiv, MIR zu glauben. Und das lässt HO nicht gut erscheinen.

  4. Lukas sagt:

    Das ganze Interview Ostermanns war ein Musterbeispiel für seine Arroganz und Abgehobenheit. Ostermann ist anscheinend immer noch der Meinung, der FCS gehöre ihm und alle anderen hätten das gefälligst zu akzeptieren und die Klappe zu halten. Nach dem Motto: Wenn Kern ihn nicht erreicht, hat er es gefälligst später noch einmal zu probieren. So lange, bis Ostermann Zeit hat. Er hat indirekt ausgesagt, Kern nur installiert zu haben, weil er glaubte, den in seiner „Jugendlichkeit“ problemlos im Griff zu haben und obendrein noch die protestierenden Mitglieder mit einem Mann aus ihren Reihen im Präsidium ruhig stellen zu können.

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