Der Tiefpunkt?

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Er wird viel zitiert in den letzten Tagen: Der Tiefpunkt in der langen und ereignisreichen Historie des 1. FC Saarbrücken. Viele stellen die Frage, ob er derzeit erreicht ist. Eigentlich ist er aber doch schon seit Monaten allgegenwärtig, so zumindest die allgemeine Stimmung. Der FCS folgt dem Motto: Schlimmer geht immer. Eine Mannschaft, die keine ist. Ein Präsidium, das keins ist. Ein Kontrollgremium, das keins ist. Fans, die sich vom Verein abwenden. Ist da überhaupt noch etwas zu retten?

Der FCS wäre nicht der FCS, wenn dem so wäre. Natürlich ist da noch etwas zu retten. Es muss verdammt viel passieren, ganz klar, aber wer 113 Jahre auf dem Buckel hat, der gibt nicht so leicht auf. Wichtig ist nur, dass endlich allen Beteiligten klar wird, wo die Probleme des Vereins liegen.

Das Präsidium

Ein Präsidium hat die Aufgabe, einen Verein zu führen. Beim FCS sind derzeit nur zwei von drei Posten überhaupt besetzt, einmal durch Präsident Hartmut Ostermann, zum zweiten durch Schatzmeister Dieter Weller. Dieter Weller ist schon seit Längerem ein rotes Tuch in den Augen vieler FCS-Fans, hat nur wenige Freunde im Umfeld. Bei einem radikalen Neubeginn wäre auch er nicht mehr tragbar. Zugute halten muss man Weller aber, dass er bei den Heimspielen des FCS in der Regel immer vor Ort ist. Das kann man von seinem Kollegen Ostermann nicht behaupten. Der lebt in Portugal und überlässt den FCS weitestgehend sich selbst. Deshalb trudelt der Verein orientierungslos von Blamage zu Blamage.

Der Aufsichtsrat

Aufgabe eines Aufsichtsrats ist es, das Präsidium zu kontrollieren. Nun könnte man sagen, diese Aufgabe ist hinfällig, weil das Präsidium des FCS ja ohnehin nicht mehr in Erscheinung tritt. Doch gerade deshalb sollte ein Kontrollgremium eigentlich intervenieren. Allerdings sind zwei Mitglieder im Rat isoliert, die anderen unmotiviert oder ohne Einfluss. Die Nicht-Führung des Präsidiums wird also überwacht von der Nicht-Kontrolle des Aufsichtsrats.

Der Trainer

Taifour Diane ist eigentlich nicht zu beneiden. Er hat den FCS in einer schwierigen Situation übernommen, aus der schwierigen wurde schnell eine aussichtslose Situation. Nun aber schafft er es nicht, elf motivierte Spieler auf den Platz zu bringen. Das liegt natürlich zum Großteil an den Spielern selbst, Diane aber fehlte bisher offensichtlich der Mut zu radikalen Entscheidungen. In der derzeitigen Situation müssten die jungen Talente Sachanenko, Steiner und Meyer viel öfter zum Einsatz kommen, Spieler ohne Chance auf eine Vertragsverlängerung wie Solomon Okoronkwo oder Filip Luksik hätten schon lange eine Denkpause verdient. Warum ausgerechnet der mit dem Verein eng verwurzelte Sven Sökler als mit Abstand wichtigster Spieler im Kader derzeit kaum noch zum Einsatz kommt, bleibt wohl Dianes Geheimnis.

Die Mannschaft

Eine Mannschaft definiert sich über Zusammenhalt, das Verfolgen gemeinsamer Ziele und absoluten Teamspirit. Den 1. FC Saarbrücken im Jahre 2016 zeichnet nichts davon aus. Immer Sommer enden zahlreiche Verträge, ein Großteil der betroffenen Spieler hat den Verein offensichtlich schon abgeschrieben. Anders sind solch lustlose Auftritte wie in Spielberg oder gegen Walldorf nicht zu erklären. Wer sich dann obendrein noch über mangelnde Unterstützung beschwert, dem ist eigentlich nicht mehr zu helfen. Natürlich ist es unfair, alle Spieler in diesem Punkt über einen Kamm zu scheren, doch im Fußball zählt eben die Leistung als Team. Und die ist schon lange unter aller Sau.

Es geht in der derzeitigen Vereinskrise beim FCS gar nicht unbedingt um Namen. Es geht nicht um Ostermann, Weller, Diane, noch nicht einmal unbedingt um Milan Sasic. Namen auszutauschen führt nicht zwangsläufig zu mehr Erfolg. Was sich verändern muss, ist die gesamte Moral im und um den Verein herum. Es reicht nicht, Geld auf den Tisch zu legen und damit einen Allmachtsanspruch einzufordern. Es reicht nicht, dieses Geld in teure Spielergehälter zu pumpen. Es reicht nicht, in der Regionalliga ein bisschen rumzukicken, um Gegner aus den Dörfern des Südwestens zu besiegen. Der FCS braucht ein Präsidium, das den Verein führt. Einen Aufsichtsrat, der das Präsidium kontrolliert. Einen Trainer, der seine Mannschaft erreicht und mutig vorangeht. Eine Mannschaft, die gemeinsam einem Ziel folgt und bereit ist, dafür Woche für Woche Leistung auf den Platz zu bringen.

Wann gab es beim FCS zuletzt eine solche Konstellation? Diese Frage führt unweigerlich doch wieder zu den Namen zurück. Es war nach Ostermanns Rückzug vom Präsidentenamt, mit Horst Hinschberger an der Spitze eines handlungsfähigen Präsidiums, Reinhard Klimmt an der Spitze eines kontrollierenden Aufsichtsrats und Dieter Ferner als Trainer und Vorbild einer kämpfenden Mannschaft.

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