Endlich Kontinuität?

Der FCS ist mal wieder an einem Tiefpunkt angelangt. In der Regionalliga reicht es nur noch für tristes Mittelmaß, die zweite Mannschaft existiert nicht mehr, die U19 ist gerade aus der Bundesliga abgestiegen. Das Team der FCS-Mädels hat den Aufstieg in die Bundesliga verpasst. Der noch mögliche Aufstieg der U17 in die Bundesliga wäre ein kleiner Stimmungsaufheller, mehr aber auch nicht. Zu den Heimspielen der Mannschaft pilgern nur noch um die 1000 Zuschauer. Derzeit hat sogar die SV Elversberg gegenüber dem FCS in Sachen Zuschauerzahlen die Nase vorn. Geht es eigentlich noch schlimmer?

FCS-Fans kennen die Antwort: Schlimmer geht eigentlich immer. Das lehrt die jüngere Geschichte des Vereins. Derzeit ist das aber schwer vorstellbar. Nicht einmal ein eigenes Stadion kann der einstmals so glanzvolle 1. FC Saarbrücken noch aufweisen. Wann man mal wieder ein echtes Heimspiel im Ludwigspark austragen wird? Völlig ungewiss. Der Umbau des Stadions hat noch nicht einmal begonnen. Es warten noch mehrere Jahre im Hermann-Neuberger-Stadion, das für die aktuellen Zuschauerzahlen mehr als ausreicht, bei dem vom FCS gewünschten Andrang aber schnell an seine Grenzen stoßen wird.

Und trotzdem macht sich derzeit vorsichtiger Optimismus breit. Mit gewisser Wehmut wird immer mal wieder in Richtung anderer Vereine aus Mainz, Darmstadt, Augsburg oder Freiburg geschaut. Vor nicht allzu langer Zeit war man mit diesen Mannschaften auf Augenhöhe, nun scheinen sie sportlich kaum mehr erreichbar. Eines haben diese Vereine gemein: Auf der Führungsebene wird kontinuierlich gearbeitet, niemand sorgt für Unruhe und alle Verantwortlichen stellen sich in den Dienst des Vereins.

In Saarbrücken nun schöpft man derzeit Hoffnung. Könnte der Verein diesen Zustand auch endlich erreicht haben? Werden Marcus Mann, Dieter Ferner, David Fischer und der neue Trainer Dirk Lottner dem FCS Kontinuität und sportlichen Erfolg bescheren? Sie könnten es, davon gehen die meisten aus. Der FCS steht vor einer Chance. Doch von vier Personen alleine hängt diese Chance nicht ab. In der Verantwortung steht der gesamte Verein.

Da wären auf der einen Seite Präsident Hartmut Ostermann und Schatzmeister Dieter Weller. Sie müssen mit Blick auf die Vergangenheit definitiv als Unruhefaktoren gelten. Ostermann hat sich mit der Installation Ferners und Manns gerade noch einmal aus der Schusslinie gerettet, verweilt die meiste Zeit des Jahres in Portugal. Hält er sich aus dem operativen Geschäft raus, steht er dem Erfolg nicht im Wege. Komplizierter ist die Situation Wellers. Der steht im Verdacht, ein nahezu desaströses Verhältnis zu Dieter Ferner zu pflegen. Inwieweit das der Wahrheit entspricht, ist ein Geheimnis der beiden Protagonisten. Gerüchte allerdings halten sich hartnäckig, Weller könnte auf der anstehenden Mitgliederversammlung von seinem Amt entbunden werden. Es wäre zumindest in Sachen Neuanfang ein konsequenter Schritt, um Führung und Basis miteinander zu versöhnen. Mit Weller in entscheidender Funktion dürfte das sehr viel schwieriger werden.

Auf der anderen Seite sind nun auch die Mitglieder und Fans des FCS gefordert. Dieter Ferner genießt größten Respekt im Umfeld, Marcus Mann ist ebenfalls akzeptiert. Lottner und Fischer gehen als Außenstehende unbefleckt in die Zukunft. Soll etwas Langfristiges aufgebaut werden beim FCS, muss all diesen Protagonisten genügend Zeit eingeräumt werden. Der Weg nach oben aus der Regionalliga hinaus ist und bleibt steinig, das musste Saarbrücken vor einem Jahr in der Relegation gegen Würzburg leidvoll erfahren. Nicht nur fußballerische, auch nervliche Stärke ist da gefragt. Nach einem erneuten Scheitern darf nicht sofort wieder alles in Frage gestellt werden. Langfristige Arbeit wird erst in Zeiten des Misserfolgs ernsthaft auf die Probe gestellt. Der FCS steht längst nicht vor dem ersten Neuanfang der Vergangenheit. Eines aber ist sicher: Im Sinne des Vereins muss es für lange Zeit der Letzte bleiben.

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