Der Ferner-Effekt

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Der 1. FC Saarbrücken steckt aktuell mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison und hat eine Phase des Umbaus hinter sich. Neben personellen Veränderungen auf der Führungsebene wurde der Kader runderneuert. Dieser runderneuerte Kader steht nun vor der Aufgabe, zu einer echten Mannschaft zusammenzuwachsen und in der Zukunft erfolgreichen Fußball zu spielen. Das Potential dazu ist da, allerdings mussten auch schon kleinere Rückschläge in Form von Verletzungspech verkraftet werden. Im Umfeld allerdings ist die Euphorie groß wie selten in den vergangenen Jahren. Viele haben endlich das Gefühl, im Verein verändert sich etwas zum Positiven. Das hängt vor allem mit einem Namen zusammen: Dieter Ferner.

Ferner ist seit wenigen Monaten der Vizepräsident im Verein und hat folglich im operativen Geschäft keine unmittelbare Aufgabe. Mit Marcus Mann arbeitet allerdings ein Sportdirektor mit ihm zusammen, der Ferner kennt und schätzt. Mann ist ein Quereinsteiger, der FCS sein erster Arbeitgeber auf übergeordneter Ebene. Bis vor kurzem war er noch als Spieler aktiv. Anleitung von einem erfahrenen Mann wie Ferner kann er gut gebrauchen.

Dieter Ferner ist untrennbar verbunden mit den erfolgreichsten Jahren des FCS in den vergangenen zehn Jahren. Er führte den FCS als Trainer aus den Niederungen der Oberliga zurück in den Profibereich: Die dritte Liga. Auch diesmal ist sie das Ziel der Anstrengungen. Nach dem Abschied Ferners nämlich ging es stetig bergab. Ferner ist eng mit dem FCS verbunden, eine echte Ikone im Verein. Er überzeugte immer mit ehrlicher Arbeit, nahm sich selbst nicht zu wichtig und die Fans ernst. Auch deshalb ist er derart anerkannt im Umfeld. Ferner ist die wohl einzige Person, die beim FCS gespaltene Lager derart kurzfristig hätte einen können, wie es in den vergangenen Monaten geschehen ist.

Denn all die Streitigkeiten der jüngeren Vergangenheit sind plötzlich in den Hintergrund geraten. Der Stimmungsboykott der Ultras wurde beendet, Hartmut Ostermann ist aus der Schusslinie gerückt. Fans kaufen sich eine Dauerkarte, die dem Verein schon den Rücken gekehrt hatten. Mit Dieter Ferner verbinden sie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, auf einen Verein, der die Menschen erreicht. Unter Milan Sasic hatte sich der FCS auf fatale Art und Weise völlig von der Basis entfernt: Fans sollten vom Trainingsgelände verbannt werden, die Jugend wurde ausgelagert und die Gründe dafür nicht kommuniziert. Stattdessen waren Fans und Anhänger des Vereins ein notwendiges Übel, das mit Hinhaltetaktiken und Falschaussagen bei Stange gehalten werden sollte. Ergebnis war eine Spaltung und eine Tristesse, die so selbst zu den hoffnungslosesten Zeiten in der Oberliga nicht zu spüren war.

Allerdings ist der aktuelle Frieden brüchig. Ferner hat Euphorie erzeugt, die ein Fehlstart in die Saison aber ganz schnell wieder zunichte machen würde. Der Name Ferner alleine ist noch kein Allheilmittel. Zu hohe Erwartungen könnten das ganze Projekt krachend zum Scheitern bringen. Wichtig ist nachhaltige Arbeit. Für Fans und Anhänger gilt es, Geduld zu beweisen. Das Vertrauen in Dieter Ferner sollte groß genug sein, um nicht direkt von einem Durchmarsch in die zweite Bundesliga zu träumen. Lässt man den Verantwortlichen den nötigen Raum für zukunftsweisende Entscheidungen auf übergeordneter Ebene, könnte beim FCS so etwas wie langfristiger Erfolg entstehen. Garantiert ist das aber längst nicht.

Foto: oldforest.de

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