Ein Armutszeugnis

Am vergangenen Sonntag spielte der 1. FC Saarbrücken in der Regionalliga Südwest beim Aufsteiger TuS Koblenz. Rund 1000 Fans begleiteten den FCS nach Rheinland-Pfalz, viele Daheimgebliebene schauten sich das Spiel live im TV an. Sport1 übertrug die Partie, zeigte sich dabei aber nicht gerade von seiner besten Seite.

Mit Ruhm bekleckert hat sich am vergangenen Sonntag höchstens der FCS. Mit dem Auswärtssieg in Koblenz gelang der zweite Saisonsieg im zweiten Spiel, der Start in die Saison ist geglückt. Was der Sender Sport1 allerdings über große Teile des Spiels hinweg ablieferte, war peinlich.

Da wäre zum einen der Kommentator des Spiels: Jörg Dahlmann. Immer wieder fiel er im Spielverlauf unangenehm und keinesfalls unterhaltend auf. Späße zündeten selten, dafür musste sich der geneigte Zuschauer immer wieder an den Kopf fassen. An Sexismus grenzende Kommentare Dahlmanns, sobald eine weibliche Person von der Kamera fokussiert wurde, sind trauriges Beispiel einer absoluten Fehlinterpretation von unterhaltendem Journalismus. Der Höhepunkt des Spektakels war erreicht, als Dahlmann bei einem Freistoß für den FCS von einer „Schwolb“ sprach. Während große Teile des Publikums inklusive dem anwesenden Experten Falko Götz sich fragten, was der Kommentator nun schon wieder im Hinterkopf hatte, kam seine Erklärung prompt: „Schwolb“ sei die französische Übersetzung von Schwalbe, der nicht wirklich gefoulte FCS-Spieler Jordan Steiner sei ja schließlich Franzose.

Während Dahlmann munter kalauerte, zeigte auch Falko Götz keine wirkliche Glanzleistung. Als Experte angekündigt, wurden immer wieder große Informationslücken beim Ex-FCS-Trainer und -Spieler deutlich. Seine Einschätzung beispielsweise, er und seine Mannschaft hätten in der Hinrunde der vergangenen Saison regelmäßig  vor 5.000 bis 5.500 Zuschauern gespielt und nur wegen des Umzugs nach Völklingen seien diese Zahlen nach unten gegangen, ist wahlweise ignorant oder ahnungslos. Götz‘ weitere Aussagen lassen auf die zweite Variante schließen: Trotz seiner Tätigkeit als Experte hatte er sich in keinster Weise mit der Partie beschäftigt, kannte nur haargenau die Spieler, die er in seinem halben Jahr beim FCS auch trainiert hatte. Seine Aussage, Kevin Behrens habe ein halbes Jahr unter ihm gespielt, ist ebenfalls falsch. Götz war es schließlich selbst, der nach nur einem Rückrundenspiel zurücktrat.

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wynalda62 sagt:

    Mann oh Mann,
    bleib mal locker!
    Statt froh zu sein, das wir mal wieder im TV sein dürfen, zerfetzt du alles nieder.

    Hoffentlich arbeitest du nicht im psychologischen Dienst.

    So voller Aggression zu sein, ist bestimmt zermürbend.

    Jedenfalls wirkst du auf mich wie eine tickende Zeitbombe, wenn ich mir dein Statement ( u.a. auch früheren ) lese.

    Wie geschrieben, bleib locker.

    MfG
    UNHOLD007

    1. Lukas sagt:

      Aggression? Ganz ehrlich, das finde ich ein bisschen am Thema vorbei kritisiert. Dahlmann und Götz haben definitiv keine Glanzleistungen gezeigt, das muss man dann auch sagen und kritisieren dürfen.
      Oder schreibe ich irgendwo, Sport1 wäre ein schlechter Sender beziehungsweise sollte FCS-Spiele in Zukunft nicht mehr übertragen?

      Und wenn dich das beruhigt: Nein, ich arbeite nicht im psychologischen Dienst. Wie auch immer du darauf kommst.

      Viele Grüße
      Die tickende Zeitbombe
      🙂

      1. unnold007 sagt:

        Hallo zurück,
        Erst mal danke für deine schnelle Antwort.
        Tja Meinungen müssen ja nicht immer konform sein.
        Jedenfalls verfolge ich gerne deine Artikel.
        Und wenn dein nächster Artikel etwas emphatischer formuliert wäre, was nicht bedeuten soll nicht kritisch zu bleiben, hat mein Kommentar evtl. Dazu beigetragen.

        Dein Schreibstil ist auf jeden Fall klasse.

        MfG
        UNHOLD007

  2. Lukas sagt:

    Freut mich. Ich bin für Kritik auch immer dankbar. Aber da ich den Kommentar bei der Übertragung von Sport1 nicht sehr gelungen fand, kann ich da dann auch nicht groß loben. Beim momentanen Auftreten der Mannschaft und des Vereins ist das anders, aber dazu findet man auch viele positive Berichte aus der jüngeren Vergangenheit. Als Blogger ist es natürlich auch ratsam, in seinen Berichten nicht in allzu überschwängliche Euphorie zu verfallen, sondern manchmal sogar eher ein bisschen zu bremsen. Beim FCS kennt man das ja: Sonst wird die Enttäuschung bei vielen einfach zu groß, wenn die erste Niederlage kommt, und alles wird sofort in Frage gestellt.

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