Chaos-Derby

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Der 1. FC Saarbrücken hat am gestrigen Samstag das Saar-Mosel-Derby gegen Eintracht Trier verdient mit 3:1 gewonnen. Allerdings rückte das Endergebnis eines hitzigen Spiels nach Schlusspfiff schnell in den Hintergrund. Das Geschehen auf den Rängen war und ist das vorherrschende Gesprächsthema. Nachdem es vor etwa einem halben Jahr im bislang letzten Aufeinandertreffen beider Teams einen Zuschauerausschuss gegeben hatte, droht eine solche Strafe nun erneut.

Angefangen hatte das Chaos schon etwa eine Stunde vor Spielbeginn. Trierer Fans versuchten sich an einem Blocksturm, in der Folge sperrte die Polizei den eigentlich für Saarbrücker Fans gedachten B-Block zwischen Gästebereich und Haupttribüne. Der C-Block, Saarbrückens Heimbereich, war also noch voller als sonst. Um Punkt 14 Uhr starteten Trierer Fans dann die zweite Eskalationsstufe. Parallel zum einsetzenden Platzregen zündeten sie unter einer blau-weißen Plane verborgen zahlreiche Rauchbomben und nebelten den Gästeblock ein. Viele Leuchtraketen flogen auch in Richtung der vor dem Block postierten Ordner. Trotzdem konnte das Spiel wie geplant beginnen.

Der traurige Höhepunkt in Form eines Platzsturms erreichte das Spiel nach 25 Minuten und in Folge einer Schiedsrichter-Fehlentscheidung, die zum Trierer Führungstreffer per Elfmeter führte. Plötzlich richteten sich zahlreiche Saarbrücker Blicke überrascht zum Gästeblock, wo zahlreiche schwarz-vermummte Trierer auf das Tor des Blocks eintraten und es schnell geöffnet hatten. Die Randalierer strömten in den Innenraum. Fast zeitgleich flog auch das Saarbrücker Tor auf, allerdings unter weniger Gewalteinwirkung. Einige Saarbrücker liefen den Trierern entgegen, wohl aus Gründen der Abschreckung, denn an der Mittellinie drehten alle Beteiligten ohne Fremdeinwirkung ab. Der Saarbrücker Geschäftsführer David Fischer sowie die Saarbrücker Spieler sorgten dafür, dass alle Anhänger schnell wieder im C-Block verschwanden, ohne weitere Unruhe zu stiften. Auch der Trierer Block war relativ schnell wieder verriegelt. Zu spät traf dann eine große Anzahl von Polizisten im Stadion ein und formierte sich bedrohlich im Innenraum. Auch Hunde wurden ins Stadion geführt.

Während der FCS auf dem Platz das Spiel drehte, wurde die Stimmung bei den Saarbrücker Fans immer besser. Der Spielverlauf und einige Saarbrücker Provokationen in Richtung Trierer Block, die aus „Absteiger“ und „Auf Wiedersehen“-Rufen bestanden, führten dann mutmaßlich zur völligen Eskalation unter den Trierer ´Gästen. Zahlreiche Personen traten und schlugen wie von Sinnen auf die Tür des Blocks ein, das Spiel wurde während dieses Kuddelmuddels abgepfiffen. Eine Handvoll Ordner stemmte sich mit ganzer Kraft gegen die rohe Gewalt der Chaoten und verhinderte somit Schlimmeres. Wiederum viel zu spät traf dann die Polizei ein, stürmte den Gästeblock, nachdem dort immer noch keine Ruhe einkehren wollte. Mit Metallstangen und Steinen war ein Ordner krankenhausreif geprügelt worden. Während sich im Trierer Block Polizei und Hooligans Kämpfe lieferten, wollte die Saarbrücker Mannschaft mit den Anhängern vor dem C-Block feiern. Einige beherzte Fans und vor allem Geschäftsführer David Fischer hatten schon im Ansatz verhindert, dass auch Saarbrücker wieder in den Innenraum gelangen wollten.

Doch die nun in Scharen ins Stadion marschierende Polizei machte den Feierlichkeiten beinahe ein Ende, als sie sich in einer Reihe vor dem Heimblock platzierte. Eine in dieser Situation unnötige Provokation, da die Gewalt zu diesem Zeitpunkt wie über den gesamten Tag hinweg vor allem von Trierer Seite ausging. Allzu großen Unmut verhinderte die Saarbrücker Mannschaft geistesgegenwärtig, indem sie sich einfach zwischen Polizeikette und Fanblock auf der Tartanbahn platzierte und dort die Feierlichkeiten weitergehen ließ.

Ganz großer Verlierer dieses Tages ist eindeutig Eintracht Trier, deren „Fans“ sich von einer ganz traurigen Seite zeigten. Gewalt, Hass, Dummheit und völlige Eskalation im Gästeblock, was jeden vernünftigen Fußballfan ratlos und wütend machen sollte. Verlierer ist auch der 1. FC Saarbrücken, der als Gastgeber mit einer Strafe rechnen muss, obwohl die eigenen Anhänger diesmal defintiv nicht die Ursache des Übels waren. Trotzdem konnten sich auch einige Personen im Heimblock nicht zusammenreißen und strömten vor der Spielunterbrechung in den Innenraum. Und schlussendlich ist auch die Polizei ein Verlierer des gestrigen Tages, weil sie trotz zahlreichen Aufgebots in allen brenzligen Situationen des Tages zu spät kam und zum Abschluss auch noch provozierte, statt zu deeskalieren. Zwar konnte der FCS gestern drei Punkte einfahren, Werbung für die Sportart Fußball war das aber nicht.

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Necaro sagt:

    Ein weiterer Verlierer ist nachträglich auch die Presse. In so ziemlich allen Presseorganen wurden nämlich die Vorkommnisse von gestern sehr, sehr stark verzerrt wiedergegeben. Bei dieser Art von Pressearbeit darf man sich leider nicht wundern wenn deren Vertreter unter Fussballanhängern oft nicht sehr gut gelitten ist.

  2. Trierer sagt:

    Verlierer waren gestern die Fans auf beiden Seiten sowie die Polizei! Gewinner SB im sportlichen Sinne und dies leider verdient.
    Aber auch die Schilderungen hier stimmen so nicht komplett.
    Zum einen gab es keinen Blocksturm vor Anpfiff sonder nur Anfeindungen am Trennblock, da Hooligans aus SB und Nancy sich im Nachbarblock positioniert hatten.

    Bei der Spielunterbrechung gab es zwar Trierer die unten am Zaun waren, jedoch hat keiner von diesen den Innenraum betreten.

    Und die Situation nach Spielende hätte von der Polizei trotz Trierer Fehlverhalten anders gelöst werden MÜSSEN.

    Gruß aus Trier

    1. Lukas sagt:

      Bei dem „Blocksturm“ war ich nicht dabei, deshalb kann ich da nicht mehr zu sagen.
      Aber während der Spielunterbrechung war das Tor offen und es drängten definitiv Trierer hindurch, womit sie den Innenraum auch betreten haben. Weite Strecken haben sie dann aber wie die Saarbrücker auch nicht zurückgelegt.

      Grüße zurück!

  3. Herbert Spengler sagt:

    ich habe mir die Bilder von am Samstag angeschat, Polizei vor dem Block ect. Ich frage mich da, warum muss der Geschäftsführer die Fans vom FCS aufhalten, wo ist da der Fanbeauftragte, Peter hätte versucht die aufzuhalten, selbst Günter Gerhard hätte das versucht. Hier sieht man wieder einmal dass wieder einer vom Bock zum Gärtner gemacht wurden ist beim FCS, auch habe ich auf Lupa.de einen Bericht eines gewissen Rainer Buchs gelesen, dass er von besorgten Eltern angerufen wurden ist nach dem Spiel. Gibt es jetzt auch einen Kinderbeuaftragten beim FCS, oder was für Amt hält er inne? Hallo es wurde schon immer randaliert. Gruß ein Alter vom Schenkelberg

    1. Oliver Goergen sagt:

      Hallo der Bericht ist falsch kommentiert weil net de Fischer die fans aufgehalten hat sondern de fanbeauftragte Andreas Kulz ich bin mit in der fan betreuung und hab mitgeholfen wie auch Die frau kulz grus die fanbetreuung

      1. Lukas sagt:

        David Fischer hat definitiv sehr engagiert versucht, den Block zu sichern. Ob nun die Fanbetreuung oder Fischer zuerst zur Stelle waren, weiß ich nicht.

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