Unterlegen

Es ist passiert: Der 1. FC Saarbrücken hat mal wieder ein Fußballspiel verloren. In Elversberg verlor das Team von Dirk Lottner verdient gegen einen sehr kompakt und dominant auftretenden Lokalrivalen, der damit in der Tabelle vorerst wieder am FCS vorbeizieht. Weil der FCS aber ein Spiel weniger als die SVE absolviert hat, kann die Tabellenführung schon bald wieder zurückerobert werden. Grund zu langem Ärger gibt es also nicht.

Am Samstag wurde vielmehr eines deutlich: In Sachen Kompaktheit, Entschlossenheit und körperlicher Präsenz war Elversberg das bessere Team. Der FCS konnte das Spiel nur selten kontrollieren, war meist im Verteidigungsmodus. Die frühe Saarbrücker Führung entstand nach einem dicken Patzer von SVE-Kapitän Thomas Birk, den Patrick Schmidt in gewohnter Torjägermanier dankend annahm. Doch eine schlecht postierte Mauer und ein stark geschossener Freistoß von Maximilian Oesterhelweg egalisierten die Führung schnell wieder.

Deutlich wurde auch, wie ausgeglichen und breit der Kader der SVE besetzt ist. Da rutscht ein bisher nicht über die Jokerrolle hinausgekommener Stürmer wie Julius Perstaller ins Team und zeigt eine starke Leistung, die er mit dem Siegtor kurz vor Schluss krönt. Der FCS verfügt nicht über diese Breite. Gerade im Angriffszentrum sind Schmidt und Behrens unersetzlich. Über den gesamten Saisonverlauf hinweg könnte es deshalb schwer werden, mit der SVE mitzuhalten.

Eine dritte Erkenntnis aber wird alle FCS-Fans wieder positiv stimmen: Am Samstag trafen die definitiv besten Mannschaften dieser bisherigen Saison in der Regionalliga Südwest aufeinander. Wenn beide ihr Niveau halten können, dürfte es für die Konkurrenz schwer werden, auf Dauer in der Tabelle an den saarländischen Teams dran zu bleiben. Trotzdem darf sich niemand zu sicher sein: Eine kleine Negativserie, und schon sitzen die Verfolger als Mannheim, Hoffenheim oder Steinbach einem wieder im Nacken. An einem guten Tag ist in dieser Liga jedes Team für eine Überraschung gut.

Feuer kam ins Spiel, das im Saarland mittlerweile zum Fußballkracher und Derby schlechthin hochgepusht wird, als der sichtlich übermotivierte Lukas Kohler Alexandre Mendy brutal von den Beinen holte. Ohne Rücksicht auf Verluste fällte er den Saarbrücker und kam nur mit viel Glück und fehlender Übersicht des Schiedsrichters ohne den eigentlich fälligen Platzverweis davon. Überhaupt zeigte Kohler sich von einer unsympathischen Seite: In der ersten Hälfte provozierte er mit einer Schwanensee-geeigneten Falleinlage eine gelbe Karte für FCS-Akteur Mario Müller, dann ging er des Öfteren sehr unsauber in die Zweikämpfe. Sein nicht gegebenes Tor in der zweiten Hälfte bejubelte er frenetisch. Offensichtlich hat Kohler mit dem FCS, seinem Jugendverein, eine Rechnung offen. Über den aufkommenden Zorn der Saarbrücker Anhängerschaft darf er sich deshalb nicht beschweren.

Seinen Abgang nach Heidenheim nach der Saison 2012/2013, der im Flop endete, muss er sich selbst zuschreiben. Vom FCS hatte er damals ein Angebot bekommen, das er ablehnte. In Heidenheim kam er, wie von vielen erwartet, überhaupt nicht zum Zug. Seine zweite Zeit im blau-schwarzen Trikot war dann nicht mehr von Erfolg gekrönt: Im Chaos rund um Milan Sasic und Fuat Kilic wurde der aus Heidenheim geliehene Kohler schnell in die zweite Mannschaft verbannt. Auch das allerdings war nicht die Schuld des Saarbrücker Publikums. Etwas mehr Demut hätte Kohler also im gestrigen Spiel gut zu Gesicht gestanden. Niemand beim FCS ist Schuld, dass seine Karriere seit dem Wechsel nach Heidenheim ins Stocken geraten ist.

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