Der Fall Dennis Wegner

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Es war der Aufreger der vergangenen Woche: Unmittelbar zum Trainingsauftakt des 1. FC Saarbrücken berichtete die Bild-Zeitung, Dennis Wegner habe um Freigabe für einen Wechsel gebeten. Wegner, im linken Mittelfeld beheimatet und ein absoluter Publikumsliebling in Saarbrücken, stand in den vergangenen eineinhalb Jahren beinahe durchgängig aufgrund einiger schwerer Verletzungen nicht auf dem Platz. Sein Vertrag beim FCS läuft im Sommer aus. Nun strebt er einen Wechsel nach Steinbach an, einem direkten Konkurrenten des FCS.

Das sorgte für Unruhe unter den Anhängern des FCS. Der beliebte und anerkannte Wegner hatte stets ein besonderes Verhältnis zu den Fans in der Kurve, er zeichnete sich durch großen Einsatz auf dem Platz aus. Viele Fans nahmen ihm die ans Licht gekommenen Wechselvorstellungen übel. Wegners Wunsch auf eine Veränderung hängt allerdings nicht mit dem FCS an sich zusammen. Er deutet vielmehr darauf hin, dass Wegner sich um seine eigene Zukunft sorgt.

Nicht nur für die Verantwortlichen beim FCS und alle Stadionbesucher ist völlig ungewiss, ob der Körper Wegners nach seiner langen Leidenszeit den Anforderungen des Profisports noch standhält. In den kommenden Wochen und Monaten wird diese Frage beantwortet werden. Nur wenn Wegner bis zum Sommer fit bleibt und langsam an sein ehemaliges Leistungsniveau herankommen kann, dürfte er Chancen haben, im Sommer entweder beim FCS zu verlängern oder aber einen neuen Verein zu finden. Sollte er sich erneut verletzen, sind diese Chancen extrem gering. Dann stünde Wegner plötzlich ohne Job und Einkommen und ohne sportliche Perspektive da.

Wegners Motive sind also so klar wie logisch und menschlich absolut vertretbar: Wegner könnte in Steinbach schon jetzt langfristig unterschreiben, und das zu guten Konditionen. Seine Zukunft wäre gesichert. Ein Fakt, der die enge Bindung zum FCS und seinen Fans sicherlich übertrifft. Einen Riegel hätte der FCS dem vorschieben können, wenn er selbst frühzeitig Vertragsgespräche mit dem linken Mittelfeldspieler begonnen hätte. Doch angesichts Wegners Krankenakte wäre das ein großes Risiko und aus wirtschaftlicher Sicht nicht verantwortbar gewesen.

Wegner folgt also nicht dem Geld, sondern der Sicherheit. Das ist verständlich. Genauso verständlich ist es von Vereinsseite, dem Spieler (noch) kein Angebot zu unterbreiten, ihn aber bis Sommer halten zu wollen. Einzig unklar sind damit die Motive der TSV Steinbach. Der aufstrebende Verein aus Hessen geht definitiv ins Risiko, wenn er Wegner langfristig zu guten Konditionen verpflichten will. Mutmaßlich geht es dabei auch darum, einen Konkurrenten zu schwächen. Finanziell ist man in Steinbach gut aufgestellt.

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