Doch noch der Angriff

Mit zwei Neuverpflichtungen kurz vor Ende des Transferfensters bläst der 1. FC Saarbrücken zum Angriff. Gestern liehen die Blau-Schwarzen den Offensivspieler Tammo Harder aus Kiel aus und verpflichteten den zuvor als Testspieler unter die Lupe genommenen Felictiano Zschussen. Beide bleiben vorerst nur bis zum Sommer und sind damit Spieler, die vor allem dem Ziel dienen sollen, in dieser Saison noch einmal an die beiden Relegationsplätze heranzukommen.

Im Umfeld des FCS wurde in den vergangenen Wochen viel spekuliert. Man solle nur noch Spieler verpflichten, die langfristig und auf die kommende Saison blickend Verstärkungen bedeuten, hieß es. Das haben die Verantwortlichen am gestrigen Deadline-Day nicht wirklich beherzigt. Harder und Zschussen sind bis zum Sommer gebunden, was danach mit ihnen passiert, ist unklar und hängt wohl auch von der Platzierung ab, die der FCS in der Liga erreicht.

Der 23 Jahre alte Tammo Harder kommt aus Kiel zum FCS, wurde aber im Ruhrgebiet ausgebildet. Sowohl beim FC Schalke 04 als auch bei Borussia Dortmund spielte er zu Jugendzeiten, bei den Dortmundern vollzog er den Schritt in den aktiven Bereich. Nachdem ihm der Sprung in die Bundesliga nicht gelang, machte er mit starken Spielen in der dritten Liga auf sich aufmerksam und wechselte in den Norden. Harders bevorzugte Position ist im Sturmzentrum, allerdings leicht zurückgezogen. Er kann auch auf die Flügel ausweichen. Damit lässt er sich gut vergleichen mit Marwin Studtrucker, der beim FCS ein ganz ähnliches Profil ausfüllt. Harder ist flexibel einsetzbar, schnell und schwer auszurechnen.

Felictiano Zschussen derweil ist ein Mann für die vorderste Front. Der 187cm große Mittelstürmer überzeugte als Testspieler durch seine Wucht und Schnelligkeit. Das erinnert an den FCS-Spieler Kevin Behrens, ebenfalls schnell und wuchtig. Mit ihm kommt der dritte potentielle Stoßstürmer in den Kader, was im System mit zwei Spitzen mehr Spielräume eröffnet. Zschussen spielte bisher vor allem in der zweiten Liga in den Niederlanden, unter anderem für die zweite Mannschaft von Twente Enschede.

Beide Spieler erweitern die Möglichkeiten von Trainer Dirk Lottner enorm. Er hat nun auf den bisher vier Offensivpositionen der Startelf acht Konkurrenten: Dennis Wegner, Markus Mendler, Marwin Studtrucker, Alexandre Mendy, Tammo Harder, Kevin Behrens, Patrick Schmidt und Felictiano Zschussen. Hinzu kommen Jens Meyer und Johannes Roßfeld aus dem eigenen Nachwuchs, die sich nun wohl erstmal hinten anstellen müssen. Beide verpassten durch Verletzungen die bisherige Vorbereitung größtenteils.

Diese neue Flexibilität könnte dem FCS in Zukunft die Punkte einbringen, die er zum Jahresende 2016 noch verloren hat. Mit zwei Niederlagen in Stuttgart und gegen Worms verlor man ein wenig den Anschluss an die Spitzenränge der Liga, weil die Mannschaft durch den Ausfall wichtiger Stammspieler ausgelaugt und ideenlos wirkte. Mehr Auswahl im Angriff könnte solche Phasen nun vermeiden.

Das ist allerdings auch Grundvoraussetzung dafür, überhaupt noch einmal in Schlagdistanz zu Elversberg, Mannheim und Steinbach zu kommen. Der FCS darf vermeidliche Pflichtsiege nun nicht mehr herschenken und muss gleichzeitig auch gegen die Spitzenteams eine gute Figur machen. Echte Härtetests warten dabei schon in den ersten Spielen des neuen Jahres: Walldorf und Hoffenheim werden den größeren Kader des FCS direkt aufs Äußerste testen.

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