So reicht es nicht

Eigentlich war alles bereitet für einen euphorischen Fußballnachmittag. Die Konkurrenz hatte konsequent gepatzt, der FCS hätte sich schon im zweiten Spiel des Jahres 2017 entscheidend an die beiden Spitzenplätze der Tabelle annähern können. Und er verpatzte es grandios.

Es ist ein Bild mit ganz viel Symbolkraft: Ein kleiner Junge steht neben der Wurstbude, will gerade in seine dampfende Frikadelle beißen, wird dann aber seitlich angerempelt. Die Frikadelle rutscht aus dem Weck, fällt zu Boden und ist voller Dreck. Mit Tränen in den Augen dreht sich der Junge zu seinem Vater um. Ungefähr so kann man die Lage des 1. FC Saarbrücken am Samstagnachmittag beschreiben. Mannheim und zeitgleich auch noch Elversberg, die beiden größten Rivalen des FCS um den Aufstieg, haben dafür gesorgt, dass die Frikadelle perfekt gegrillt ist. Sie haben verloren und der FCS muss nur noch zubeißen und sich näher an die Relegationsränge ranschieben. Und dann kommt Hoffenheim und ein kleiner Rempler reicht, um den FCS mit einem Schlag auf den Boden der Tatsachen zu schubsen: Mit dieser Leistung hat der Verein im Aufstiegskampf nichts zu suchen.

Anpfiff, die Ultras streiken. Warum? Das ist eigentlich völlig irrelevant. Es schadet der Mannschaft und dem Verein am vielleicht entscheidenden Spieltag dieser Saison. Ganz schlechtes Timing, um mal wieder ein dem Gros der Stadionbesucher völlig fremdes Problem anzusprechen. Wer sich Ultra nennt und damit für sich beansprucht, mit 90 Minuten Support entscheidend zum Erfolg der Mannschaft beizutragen, mehr noch, die eigene Vorstellung des Stadionbesuchs regelmäßig auch von allen anderen Fans einfordert, macht es sich mit einem solchen Stimmungsboykott viel zu einfach. Noch dazu vor einem Spiel mit enormer Bedeutung für den weiteren Saisonverlauf.

Und dann die Mannschaft auf dem Feld: Ein ordentlicher Beginn, dann bricht alles zusammen. Fehler in der Aufstellung, Konfusion ohne die gesperrten Führungsspieler Zeitz und Schmidt, katastrophale individuelle Fehler. Sportlich gesehen lief am Samstag überhaupt nichts zusammen. Das große Problem: Durch die schlechten Ergebnisse vor der Winterpause darf sich die Mannschaft solche Auftritte eigentlich nicht mehr erlauben. Aktuell verbietet es sich, in der Tabelle nach oben zu schauen.

Wenn man alles Schlechte, was an einem einzigen Spieltag passieren kann, in einen Topf schmeißt, ergibt sich ein Bild wie am Samstag. Auf den Rängen ein peinlicher Auftritt, auf dem Platz ein sportliches Desaster. In dieser Form kann sich der ganze Verein auf mindestens ein weiteres Jahr Regionalliga einstellen. Die Euphorie nach dem deutlichen Sieg gegen Astoria Walldorf jedenfalls ist mit einem Schlag völlig verpufft.

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