Nicht mal im Suff zu ertragen

am

Ihr kennt das ja: Ein Fußballverein, der keinen Spaß macht. Beim 1. FC Saarbrücken sind wir das aus den vergangenen Jahren schließlich gewohnt. Auf der Führungsebene hat es sich beim FCS im Sommer 2016 zwar beruhigt, doch am Freitagabend wurde mal wieder klar, dass sie noch längst nicht ausgestanden ist: Die nicht enden wollende Tortur aller FCS-Fans.

Punkt 1: Keine Heimat

Der 1. FC Saarbrücken spielt seit mehr als einem Jahr im Ausweichstadion in Völklingen, weil die eigene Heimat in Saarbrücken, das Ludwigsparkstadion, kernsaniert werden soll. Der Begriff „Ausweichstadion“ beschönigt die Spielfläche in Völklingen dabei noch. Eine Gegentribüne existiert nämlich gar nicht, weil ein Bach im Weg ist. Mehr muss eigentlich nicht geschrieben werden über den Ort, an den trotzdem noch viele Anhänger Woche für Woche pilgern. Der Ludwigspark jedenfalls wird schmerzlich vermisst. Und dann kommt Mitte Februar die Meldung, dass der Umbau der Traditionsstätte in Saarbrücken teurer wird. Erheblich teurer.

DSC_0552
Ein Bild der Vergangenheit: Der Ludwigspark in seiner alten Form existiert nicht mehr.

Aktueller Stand: Die Stadt baut nur weiter, wenn der Finanzrahmen bestehen bleibt. Das Land bezahlt nur, wenn die Planungen eingehalten werden. Wird überhaupt weitergebaut? Noch nicht mal das ist klar. Eine absolute Farce spielt sich seit rund zwei Wochen in der Landeshauptstadt (haha) Saarbrücken ab. Schuldzuweisungen und große Reden von um den vermeidlich betrogenen Steuerzahler besorgten Politikern halten sich die Waage im Wahlkampf vor der Landtagswahl Ende März. Zyniker hatten es vor Beginn der Umbauarbeiten bereits prophezeit: Ist unser Stadion erst einmal abgerissen, fällt plötzlich auf, dass gar kein Geld da ist und der Umbau wird abgeblasen. Eine Verschwörungstheorie? Eher ein Albtraum. Ein Erwachen ist aktuell nicht abzusehen.

Punkt 2: Keine sportliche Perspektive

Aufstieg abgehakt – eigentlich schon vor einer Woche, jetzt endgültig. Eine desaströse erste Hälfte gegen Pirmasens, in der sich die Mannschaft aufgelöst hat. Die Mannschaft, die es eigentlich nicht verdient hat, jetzt an den Pranger gestellt zu werden. Sie hat zumindest in der Hinrunde den Spaß zurück in den Saarbrücker Fußball gebracht. Aktuell zerbricht sie – vielleicht an überhöhten Erwartungen, vielleicht an zu großem Druck. Fakt ist: Der benötigten Aufholjagd war sie nicht gewachsen. Es ist Unsinn, jetzt einen Umbruch im Sommer zu fordern. Die Mannschaft sollte partiell verstärkt, bestehende Verträge möglichst erfüllt werden. Dann kann in der kommenden Saison mit einem breiteren Kader wieder angegriffen werden. Aber – und dieses aber tut in der Seele weh: Die nächste Saison ist noch lange hin. Dritte Liga frühestens im Sommer 2018 – bis dahin weiter nach Watzenborn, Steinbach, Nöttingen. Woche für Woche ein Schlag mitten ins Gesicht jedes stolzen FCS-Fans.

Punkt 3: Kein Zusammenhalt

Es ist nicht so, dass es das erste Mal wäre. Genau deshalb ist es besonders ärgerlich. Die Ultras streiken – mal wieder. In den letzten Jahren tun sie das relativ regelmäßig und bestrafen damit die Mannschaft und die Gemeinschaft aller Fans. Aktueller Anlass: Ein Stadionverbot. Ich kann nicht beurteilen, inwieweit der Unmut gerechtfertigt ist. Beurteilen kann ich nur den Stimmungsboykott. Und der hilft dem Betroffenen nicht. Ein Verein, der aufgrund fehlender Stimmung ein Stadionverbot zurücknimmt, würde sich erpressbar machen und alle Seriosität verlieren.

Auch nicht schön: Von den sonstigen Stadionbesucher schafft es kein Einziger, in die Bresche zu springen. Doch für selbst ernannte Ultras mit ihrem Kodex, ihrer Sicht des Fußballs und ihrer Kommentare gegenüber anderen Stadionbesuchern sind die dauernden Streiks ein Armutszeugnis der besonderen Art.

FCS-FKP.png
Keine Fahnen, keine Stimmung: Der Fanblock in Pirmasens.

Woche für Woche schmerzt es, wenn im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion die Zuschauerzahlen vorgelesen werden. Um 3000 müssen wir inzwischen kämpfen, das ist nicht das Niveau, auf dem wir uns alle immer noch sehen. Es ist noch gar nicht so lange her, da waren 5000 nicht genug. Unsere Zahl schrumpft, der Verein verfällt mit jedem Jahr Regionalliga und außerhalb des Ludwigsparks ein wenig mehr. Das ist extrem bitter und raubt aktuell jegliche Zuversicht.

Was denkst Du? Lass es uns wissen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.