Zeit für den Titel!

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Endlich wieder obenauf: Der 1. FC Saarbrücken hatte gestern allen Grund zu feiern. Die SV Elversberg wurde erstmals in dieser Saison besiegt, der Saarlandpokal eingeheimst und das Homburger Waldstadion zur blau-schwarzen Partymeile gemacht

Das Spiel: Fußball pur
Der 1. FC Saarbrücken ist Saarlandpokalsieger 2017. Nach vier Jahren voller Pleiten, Pech und Pannen in Mettlach und Wiesbach hat der im vergangenen Sommer runderneuerte FCS endlich wieder den Landespokal gewonnen und dabei in der ersten Halbzeit ein grandioses Fußballspiel gezeigt. Die Offensivkräfte Mendler, Behrens und Schmidt waren nicht zu stoppen und spielten sich in einen einzigartigen Kreativrausch. Die unsouveräne zweite Halbzeit mit einer äußerst wackligen Defensive ist am Ende nicht mehr als eine Randnotiz.

Die Stimmung: Der 12. Mann in Reinform
Es ging schon stimmungsvoll los und wurde gegen Ende zum waschechten Hexenkessel: Die blau-schwarzen Fans im Waldstadion konnten die gesamte Gästekurve füllen und trieben ihr Team, das in den letzten Spielminuten am Ende seiner Kräfte war, über sieben Minuten Nachspielzeit in jeden Zweikampf, jedes Kopfballduell und jeden Schuss der Elversberger auf das Saarbrücker Tor. Mit allem was sie hatten, kämpften elf unbeugsame blau-schwarze Mannen um diesen Titel. Getragen wurden sie von 5.500 vereinten Stimmen – so pathetisch muss man das tatsächlich ausdrücken!

Der Stadionsprecher: Von Nervosität bis Panik
Schon rund 45 Minuten vor Anpfiff wirkte er äußerst angespannt – souveräner wurde er nicht, je näher die 90 Minuten Fußball rückten. Der Stadionsprecher bei der gestrigen Partie bekleckerte sich nicht gerade mit Ruhm. Buhrufe bei der Begrüßung der SV Elversberg beispielsweise wollte er nicht akzeptieren – also begrüßte er den offiziell gastgebenden Verein einfach nochmal. Seine Hoffnung auf plötzlich einsetzenden Applaus wurde – Überraschung! – nicht erfüllt. Bei der Pyroshow im FCS-Block während des Einlaufs der Mannschaften überdrehte seine Stimme dann und schlug ins Hysterische über, als Drohszenario warf er spontan horrende Geldstrafen für den FCS in den Raum. Die Zündler zeigten sich  – schon wieder Überraschung! – herzlich unbeeindruckt. Mit laufender Spielzeit dann wurde der Stadionsprecher aber auch für die FCS-Fans zum unterhaltsamen Nebenaspekt eines fesselnden Spiels – beispielsweise, als er mit ernstem Pathos in der Stimme die Rückgabe eines im Gästeblock gelandeten Balls forderte: Schließlich wolle auch der FCS mit diesem Ball Fußball spielen!

Der Gegner: Auf ewig unverstanden
Gerecht fanden sie das alles nicht: Der Saarländische Fußballverband (SFV) hatte auf dem 25.05.2017 aus Austragungstermin für dieses Landespokalfinale bestanden, um TV-Präsenz am „Tag der Amateure“ zu erhalten. Für die SV Elversberg war das denkbar ungünstig: Die beiden wichtigsten Spiele dieser Saison in der Aufstiegsrelegation gegen Unterhaching stehen an, bereits am kommenden Sonntag findet das Hinspiel statt. Auch der FCS hatte sich gegen die Austragung am Vatertag gewehrt, als eine Teilnahme an den Aufstiegsspielen noch möglich schien. Doch der SFV blieb stur. Die Konsequenz: Elversberg schonte gestern einige Stammspieler, Michael Wiesinger boykottierte die dem Spiel folgende Pressekonferenz. Und das Team wurde in der ersten Halbzeit überrollt. Dazu hatten sich nur äußerst wenige Elversberger Fußballfans im Waldstadion eingefunden, der gastgebende Verein gab lange ein sehr tristes Bild ab. Für die Fußballspieler in weiß war es bis zur 46. Minute ein absoluter Tag zum Vergessen. Doch sie gaben nicht auf: Die SVE warf alles rein, kämpfte sich zurück und hatte am Ende Pech, dass es nicht zum Ausgleich reichte. Das müssen auch alle FCS-Fans anerkennen: Die zweite Hälfte dieses Finals war (auf dem Feld) ein Ausrufezeichen in Richtung Unterhaching.

Der Verband: Kein glückliches Händchen
In letzter Zeit prasselt viel auf sie ein. Zwei Stichworte reichen, um die Gemüter vieler saarländischer Fußballfans zu erhitzen: Die Saarlandpokal-Final-Terminierung und der Hickhack um die Wiederanmeldung einer FCS-U23. Die alten Herren des SFV gaben in den letzten Wochen ein unglückliches Bild ab. Und das setzte sich gestern fort. Nur wegen der Live-Konferenz in der ARD wurde am unpassenden Spieltermin festgehalten, und dann das: Ein Stromkasten brennt, die Übertragung setzt erstmal nicht ein. Lediglich in der zweiten Halbzeit wurde einige Male nach Homburg geschaltet. Vielleicht ist das für den Verband ein Ansporn für die Zukunft: Aufgabe ist es, die eigenen Vereine zu vertreten.

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