Pokal-Ekstase

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Der FC Union Berlin hat im Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Ein erinnerungsträchtiges Fußballspiel endete erst nach 120 Minuten mit erschöpften Spielern, begeisterten Fans und einem blau-schwarzen Gefühl des Stolzes unter den über 6.000 Zuschauern im Hermann-Neuberger-Stadion zu Völklingen.Am Ende hat es nicht gereicht, und das sah man den blau-schwarzen Fußballern auf dem Rasen an: Völlig erschöpft und sichtlich geknickt brachen sie auf dem Fußballplatz zusammen, verdeckten das Gesicht mit beiden Händen, als der Abpfiff von Schiedsrichter Sören Storks ertönte. Die Enttäuschung war groß nach einem überragenden Kampf gegen den zwei Klassen höher angesiedelten FC Union Berlin. Von einem Klassenunterschied war im gesamten Spiel nichts zu sehen.

Stattdessen spielte der 1. FC Saarbrücken wie schon gegen Kassel genialen Umschalt-Fußball, war nach Ballgewinnen innerhalb von Sekunden frei vor dem Berliner Tor. Besonders zu erwähnen dabei: Die zentralen Spieler Holz, Zeitz und Dausch und natürlich die in den Lücken der gegnerischen Defensive lauernden Stürmer Schmidt und Behrens, die Spielzug um Spielzug im exakt richtigen Moment starteten und in kaum einer Szene ins Abseits gestellt werden konnten.

Doch nach dem gestrigen Spiel sollten nicht nur einige, sondern alle FCS-Akteure hervorgehoben werden. Ricco Cymer im Tor zeigte einige ganz starke Paraden und hielt den FCS lange Zeit im Spiel. Die beiden Außenspieler Jänicke und Müller glänzten durch technische Präzision und hohe Laufbereitschaft, ihre Vorstöße sorgten regelmäßig für Gefahr. Und in der Innenverteidigung ließen Oschkenat, Kehl-Gomez und Krause kaum eine Chance für den Zweitligisten zu. Vor allem Oschkenat zeigte ein überragendes Stellungs- und Kopfballspiel.

Dass es am Ende nicht reichte, hing auch ein wenig am fehlenden Glück. Gleich drei Mal konnten die FCS-Stürmer Schmidt und Behrens frei vor dem Berliner Tor den Ball nicht am Union-_Torwart Daniel Mesenhöler vorbeibringen. Der zeigte eine ganz starke Leistung, war total präsent und völlig fehlerlos. Auch Christoph Fenninger bekam das nach seiner Einwechslung zu spüren, als er bei einer eigentlich hundertprozentigen Chance an Mesenhöler scheiterte. So kam beim FCS fast alles zusammen, was für eine Pokal-Sensation gebraucht wird: Unbedingte Leidenschaft, ein riesiges Kämpferherz, spielerischer Mut und ein überzeugendes taktisches Konzept. Nur eines fehlte: Die nötige Chancenverwertung. Am Ende war es eine Chance zu viel, die nicht genutzt wurde. In der Defensive passierte der irgendwann unvermeidbare Fehler, und weil gleich drei Berliner dann frei vor dem Tor von Cymer den Ball zirkulieren lassen konnten, half auch jede noch so verzweifelte Rettungsaktion von Kehl-Gomez, Krause und Müller nichts: Der Favorit konnte in der Nachspielzeit in Führung gehen.

Unglücklich war auch die Leistung des Schiedsrichters, der dem FCS einen regulären Treffer nicht anerkannte. Kevin Behrens war im Sechzehner von Mesenhöler getroffen worden, hatte aber zuvor noch den Querpass ins Zentrum spielen können. Gerade, als Martin Dausch zum Schuss ansetzte und den Ball im Netz versenkte, pfiff Storks zum Elfmeter für den FCS. Bezeichnend, dass er auch in der zweiten Hälfte einen vielversprechenden Vorteil des FCS abpfiff. Vielleicht hätte Saarbrücken das Spiel erfolgreicher gestalten können, wenn der Treffer von Dausch gezählt hätte. Kapitän Manuel Zeitz verschoss den fälligen Elfmeter nämlich. Doch nach der überragenden Leistung des FCS sollte solche Spekulation nicht das Hauptthema nach dem Pokal-Aus sein.

Stattdessen könnte die Leistung der Mannschaft ein echtes Zeichen für die kommenden Wochen sein: In dieser Form kann dem FCS in der Regionalliga niemand das Wasser reichen. Und vielleicht entscheidet sich ja auch der ein oder andere Pokalbesucher, zu den nächsten Heimspielen ebenfalls ins Hermann-Neuberger-Stadion zu reisen und sich die Spiele dieser FCS-Mannschaft anzuschauen. Es wäre mehr als verdient.

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