Bundesliga: Der Videobeweis

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Es ist Winterpause in der Fußball-Bundesliga. 17 Spieltage sind gespielt, die Meisterschaft ist mal wieder so gut wie entschieden. Doch der Sport geriet in den vergangenen Monaten häufig in den Hintergrund. Stattdessen wurde über den Videobeweis diskutiert. Im Sommer eingeführt, führte er zu viel Ärger. Einerseits wird die gewachsene Fairness gelobt, andererseits werfen Kritiker dem neuen System Willkür vor. Wie soll es weitergehen?

Die Bundesliga war noch nie so fair!

Was war das für eine Freude im Sommer. Gut, nicht bei allen Fans. Die Traditionalisten hatten schließlich schon immer eine Stimme im Fußball. Aber die Vereine, sie waren begeistert von den neuen Möglichkeiten. Sie selbst konnten darüber entscheiden, ob der Videobeweis eingeführt wird. Und sie taten es: Mit beeindruckender Mehrheit wollten sie, dass die neue Technologie den Sport endlich fairer macht. Das ist im Hinblick auf die riesigen wirtschaftlichen Auswirkungen, die der Fußball hat, auch die einzig richtige Entscheidung. Soll eine globale Wirtschaftsmacht von Fehlentscheidungen einzelner Unparteiischer abhängen? Unparteiischer, die etwa in Deutschland noch nicht mal offizielle Profis sind? Nein, sollte sie nicht. Und die Einführung hat sich ausgezahlt: Fouls werden endlich konsequent erkannt und geahndet, Abseitstore gehören der Vergangenheit an. Und was machen die Vereinsvertreter? Sie beschweren sich öffentlichkeitswirksam, weil ihnen die zu erwartenden Startschwierigkeiten des Videobeweises nicht gefallen. Verliert ihr so schnell die Nerven? Dann ist es kein Wunder, dass man euch in euren Vereinen in der Regel spätestens alle zwei Jahre durch neue Gesichter ersetzen muss. 

Die Bundesliga war noch nie so unfair!

Wer wissen will, wie fair der Videobeweis eigentlich ist, kann gerne mal in Köln nachhören. Der abgeschlagene Tabellenletzte, der zur Winterpause sechs Pünktchen auf seinem Konto hat, wurde mehrfach von Entscheidungen des Videoschiedsrichters benachteiligt. Warum? Weil in keinster Weise eine konsequente Linie in der Entscheidungsführung der Unparteiischen erkennbar ist. Während an einem Spieltag eine sekundenlange Berührung an der Schulter Robert Lewandowskis für einen Elfer ausreicht, ist ein klarer Tritt ans gegnerische Bein im nächsten Spiel plötzlich kein klarer Elfmeter mehr. Das ist nicht fair. Es ist sogar noch viel unfairer, als auf die Entscheidungen des Schiedsrichterteams auf dem Platz zu vertrauen. Klar, Unparteiische machen Fehler. Das ist menschlich, das ist unvermeidbar. Aber es sind dann eben menschliche Fehler. Der Videobeweis soll diese menschlichen Fehler abschaffen, er führt aber bisher nur dazu, dass Situationen überhaupt nicht mehr einschätzbar sind. Entscheidungen werden erst nach Minuten des Abwartens getroffen, die Dynamik des Spiels geht flöten. Entweder, liebe DFL, lieber DFB, ihr überarbeitet euren Videobeweis grundlegend, oder ihr könnt ihn wieder in die Tonne treten!

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